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Vorerkrankung könnte immun gegen Covid-19 machen - was hinter der Kreuzimmunität steckt

1 May 2020, 20:05

Corona





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Menschen, die in der Vergangenheit Kontakt mit einem anderen Coronavirus hatten, könnten gegen Covid-19 immun sein: Was ist dran an der These, die aktuell die Runde macht?




  • Generell gelten Vorerkrankungen als Risikofaktor*, weil sie schwere Covid-19-Verläufe begünstigen.
  • Doch es gibt neuen Erkenntnissen zufolge Krankheiten, die den Verlauf einer Coronavirus-Infektion abmildern könnten. 
  • So sollen Menschen, die bereits in der Vergangenheit mit Erkältungs-Coronaviren infiziert waren, über einen Immunschutz verfügen. 

 

W enn die Rede von Coronaviren ist, denken alle an die neuartige Lungenkrankheit Covid-19, die aktuell ganze Länder lahm legt. Doch es gibt unzählige Arten von Coronaviren, die weltweit vorkommen und unterschiedliche Krankheiten auslösen: "Zur Familie der Coronaviren gehören eine ganze Reihe unterschiedlichster Krankheitserreger. (...) Etwa ein Drittel der typischen "Erkältungen" gehen auf das Konto dieser größten der RNA-Viren und auch den einen oder anderen "Durchfall" verursachen sie", informiert das Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung. Eine vorangegangene Infektion mit diesen "herkömmlichen" Coronaviren könnte ein enormer Vorteil bei einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 sein. 

 

Immun gegen Covid-19 aufgrund von Infektion mit Erkältungs-Coronaviren? 

So kam Professor Andreas Thiel und sein Team von der Berliner Charité in einer Studie zu dem Ergebnis, dass der Kontakt mit Erkältungs-Coronaviren einen gewissen Immunschutz gegen den neuartigen Erreger Sars-CoV-2 bedeuten könnte. Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Charité in Berlin, hatte im Interview mit NDR Info bestätigt, dass die Ergebnisse der Studie darauf hinweisen, dass Menschen, die sich bereits mit anderen Corona-Erkältungsviren infiziert hatten, einen körpereigenen Immunschutz* gegen eine erneute Infektion mit denselben Viren aufgebaut haben. Da viele Coronaviren Ähnlichkeiten im Aufbau aufweisen, könnte sich dies positiv auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 auswirkenVirologe Drosten über die Studie: "Man hat gesehen, dass in 34 Prozent der Patienten reaktive T-Zellen vorliegen, obwohl diese Patienten nie Kontakt mit dem Sars-2-Virus hatten. Jetzt ist es so, dass man diese T-Zellen stimulierenden Abschnitte von so einem Virus vorhersagen kann. Und man kann die vergleichen mit ähnlichen Abschnitten in anderen Viren, insbesondere in den menschlichen Erkältungs-Coronaviren. Da gibt es vier Stück davon. Und das ist gemacht worden. Da ist es tatsächlich so, dass man sagen muss, es gibt solche Abschnitte in den menschlichen Erkältungs-Coronaviren. Die könnten solche T-Zellen stimulieren und die sind gleichzeitig übereinstimmend zu einem gewissen Grad zwischen den Erkältungs-Coronaviren und dem SARS-2-Virus". Er bekräftigt allerdings, das man auf Grundlage dieses Ergebnisses nicht schlussfolgern kann, dass 34 Prozent der Bevölkerung halbwegs immun gegen Covid-19 sind, weil sie zuvor Kontakt mit anderen Coronaviren hatten. 

T-Zellen sind wichtiger Bestandteil der körpereigenen Abwehr. Es gibt unterschiedliche Typen der weißen Blutkörperchen, wie das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung informiert. So sei ein Teil der T-Zellen darauf programmiert, körpereigene Zellen, die von Viren infiziert wurden, zu erkennen und abzutöten. Andere aktivieren B-Zellen, die daraufhin Antikörper bilden

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Coronavirus: Kreuzimmunität ausgelöst durch andere Coronaviren

Die Theorie der Kreuzimmunität wird aktuell noch untersucht. Davon ist die Rede, wenn ein Mensch eine Infektion mit den hierzulande verbreiteten Erkältungs-Coronaviren überstanden hat, die in der Regel mild verlaufende Atemwegserkrankungen auslösen, und sich daraus ein gewisser Immunschutz gegen die neuartige Lungenkrankheit Covid-19* ergibt. Verschiedene Wissenschaftler und Forscher beschäftigen sich mit der Kreuzimmunität, wie etwa das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Es koordiniert das Projekt CORESMA ("COVID-19 Outbreak Response combining E-health, Serolomics, Modelling, Artificial Intelligence and Implementation Research").

Ziel des internationalen Projekts ist es unter anderem, herauszufinden, ob Infektionen mit anderen menschlichen Coronaviren zu einer Kreuzimmunität gegen den neuartigen Erreger Sars-CoV-2 führen. Die Prognosen gehen auseinander. So geht Infektionsepidemiologin Ulrike Protzer Focus Online zufolge nicht davon aus, dass es sich um schützende Antikörper handelt, die sich in Elisa-Tests zeigen. Das heißt, dass es ihrer Einschätzung nach keine Kreuzimmunität gibt.

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Unbekannt, ab welcher Antikörper-Konzentration Immunschutz besteht

Bei einer durchlaufenen Infektion mit dem Coronavirus wird nach aktuellem Wissenstand davon ausgegangen, dass der Immunschutz nach der Infektion ein bis zwei Jahre anhält, wie die Kinderärzte im Netz melden. Diese Annahme basiere auf der Erfahrung mit anderen humanen Coronaviren. "Aller Voraussicht nach ist man nach Ansteckung mit dem Sars-CoV-2-Virus mindestens ein paar Jahre lang vor einer erneuten Infektion geschützt", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Thomas Kamradt. Nach allem, was man von ähnlichen Viren wisse, würden die als Reaktion vom Körper gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion schützen. Jedoch tappen Forscher aufgrund fehlender Langzeitstudien über die neue Krankheit Covid-19 noch immer im Dunkeln, was die Ausprägung des Immunschutzes angeht. Das zeigen unterschiedliche Experten-Meinungen. So erläutert Matthias Orth, ärztlicher Direktor des Instituts für Laborationsmedizin am Marienhospital Stuttgart, das noch unbekannt sei, ab welcher Konzentration von Antikörpern* ein Schutz besteht und wie häufig doch erneute Infektionen auftreten können. 

 

Mehr Quellen: www.lgl.bayern.de


Quelle: Juliane Gutmann | merkur.de


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