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Schlangenkraft

May 10, 2017, 11:43 am

Type: Spiritualität





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Die Chakren und die Kundalini-Energie

Die Lehre der Chakren, als wichtiger Teil der Energiekörper und des Energiesystems, ist in der hinduistischen Tradition eng verknüpft mit der Kundalini-Energie. Die Kundalini-Kraft wird als schlafendes Bewusstseins-Potenzial beschrieben, das im Wurzelchakra angelegt ist, durch die spirituelle Praxis aktiviert wird und dann durch die gereinigten und geöffneten Chakren bis zum Scheitelchakra aufsteigt, was zur Erleuchtung (2. Grad) führt. Dabei wird die Kundalini symbolisch als Schlangenkraft bezeichnet. Menschen mit Kundalinierfahrung haben uns auch tatsächlich von dem physischen Gefühl berichtet, dass eine energetische Schlange sich durch ihren Körper nach oben windet.

Kundalini im Tantra und Yoga

Das Wissen um den Prozess des Kundalini-Erwachens wird vor allem im Tantra weitergegeben, einer speziellen spirituellen Strömung innerhalb des Hinduismus und Buddhismus. Auch im Yoga, besonders dem Kriya-Yoga werden solche tantrischen Techniken vermittelt.

Aufstieg von Kundalini durch Shushumna, Ida und Pingala

Der  wichtigste Kanal in diesem Prozess ist der zentrale Shushumna-Kanal, der physisch in etwa im Rückenmarkskanal der Wirbelsäule repräsentiert ist. Dieser zentrale Nadi ist umgeben von zwei weiteren wichtigen Nadis: Ida und Pingala, die jeweils links und rechts vom Shushumna-Nadi liegen und weiblichen und männlichen Qualitäten entsprechen und in den beiden Öffnungen der Nasenlöcher enden.

Ida und Pingala winden sich vom Wurzelchakra aufsteigend um den Shushumna-Nadi und an ihren vier Kreuzungspunkten befinden sich die mittleren vier Chakren, mit ihren wichtigen Nervenzentren und endokrinen Drüsen.

Der Fluss der Energie von der Basis der Wirbelsäule, durch die 7 Chakren und hinauf zum Kronenchakra repräsentiert den Aufstieg vom physischen Bewusstsein (prakriti) zum kosmischen Einheitsbewusstsein (samhadhi).

Nadis und Prana

Die Chakren sind Energiezentren zur Aufnahme, Transformation und Verteilung von Lebensenergie oder Prana, wie sie im Sanskrit genannt wird. Diese feinstoffliche Energie zirkuliert in verschiedenen Schwingungszuständen in den feinstofflichen Körpern und einem System aus Energie-Kanälen oder -leitbahnen, den sogenannten Nadis. Die Veden sprechen von 72.000 Nadis, bezieht man kleinere Nadis mit ein, wird teilweise sogar von 300.000 Nadis gesprochen, die jeweils bestimmte Funktionen haben, und bestimmte Bereiche des physischen Körpers mit Energie versorgen.

Kundalini erwecken / aktivieren

Welche Faktoren genau zur Aktivierung der Kundalini-Kraft führen, ist letztlich unklar. Zwar gibt es verschiedene Techniken, welche helfen sollen, diese Kraft zu erwecken und auch Energieübertragungen (shaktipat) die diesem Zweck dienen. Ob diese Methoden jedoch sinnvoll sind, ist umstritten, denn die gewaltige Kraft der Kundalini kann in einem unvorbereiteten Körper auch Schaden anrichten.

Die Kundalini aktiviert sich von selbst, bzw. durch einen Akt der Gnade, wenn der Mensch ein entsprechendes Bewusstsein erreicht hat – wenn sein Energiesystem also hineichend energetisiert ist und ein hoher Schwingungszustand erreicht wurde. Wird die Kundalini aktiviert, kann sie in diesem Prozess ungefähr die Rolle eines „Rohrputzers“ übernehmen, der hilft, das Feld, die Chakren und den zentralen Energiekanal von Blockaden zu befreien und so das gesamte System für das Einströmen des kosmischen Bewusstseins der Seele öffnet.

Je mehr Blockaden vorhanden sind, desto stärker ist dabei das Kundalini-Erlebnis. Je offener ein System bei Aktivierung ist, desto subtiler ist die Arbeit mit Kundalini. Im befreiten Zustand sind weder die Kundalini noch die Chakren stark spürbar, da es vor allem die „energetische Reibung“ ist, die sie spürbar macht.

Durch das Aufsteigen der Kundalini kann der absteigende Energiefluss der Seele nun ungehindert in das System einfließen und sich voll durch alle Körper ausdrücken. Zu Teilen findet dies schon vor einer stärkeren Kundalini-Aktivierung statt, so dass dies nicht in allen Fällen „mit einem Knall“ passiert.

Lichtfluss und Kundalinienergie

Der aufsteigende, befreiende Energiefluss der Kundalini ermöglicht es dem absteigenden, Lichtfluss der Seele voll in die körperlichen Hüllen zu inkarnieren. Dies ermöglicht ein Leben als verwirklichte Seele, die gleichzeitig völlig im Körper präsent und in der transzendenten Wirklichkeit kosmischen Bewusstseins verankert ist.

Dieser Zustand wird im Tantra-Yoga „Nirvikalpa-Samadhi“ genannt und wird erreicht, wenn die Kundalini-Kraft aus dem Wurzelchakra aufsteigt und sich mit dem absteigenden kosmischen Bewusstsein der Seele vereinigt.

Kundalini Meditation und Yoga

Im Yoga existiert eine eigene Schule nur zur Erweckung und Förderung der Kundalinienergie im Körper, das Kundalini Yoga. Bestimmte Körperübungen, aber auch Meditationen, vorwiegend bezugnehmend auf durch die Kundalini betroffenen Chakren, finden Verwendung. Zur Erweckung der Kundalini im Wurzelchakra und zur Förderung ihres Aufstiegs bis hin zum Scheitelchakra, aber auch zur Begleitung des Wiederabstiegs zur Wurzel, bietet das Chakra-Yoga und die Chakra-Meditation eine der hilfreichsten Techniken.

Kundalini, Shiva und Shakti

Die indische Mythologie hat ein schönes Bild für diesen Prozess:

Sie beríchtet von einem Zeitpunkt vor der Zeit, in der alles Eins war, vereinigt in einem einzigen, einheitlichen Bewusstsein. Aus dieser Einheit wurden zwei Kräfte geboren, symbolisiert als der männliche Gott Shiva, Symbol für das Bewusstsein des Absoluten, und seine Gemahlin Shakti, Symbol für die aktive Energie der Schöpfung. Durch die Trennung der Einheit in diese männliche und weibliche Urkraft, entstanden eine Trennung von Bewusstsein und Materie (in all ihren groben und feinen Formen) – und dadurch die Schöpfung.

Kundalini-Shakti, die weibliche Urkraft der Schöpfung, liegt schlafend im Wurzelchakra jedes einzelnen Menschen und wartet darauf, sich wieder mit ihrem Gemahl Shiva zu vereinigen, wodurch das Bewusstsein der Einheit aller Dinge wiedererlangt wird. Sie wird im Yoga durch eine schlafende Schlange symbolisiert, die eingerollt an der Basis der Wirbelsäule liegt.

Durch einen Prozess der Reinigung und energetischen Aktivierung – zumeist durch bestimmte Meditationen und Atemtechniken – kann Kundalini-Shakti erweckt werden und steigt dann durch den Shushumna-Nadi und alle Chakren bis zum Kronenchakra auf, wo sich die beiden Energieflüsse vereinen.

Kundalini und Kaduceus: Der Hermesstab

Auch in der westlichen Welt kennen wir das Bild von Ida, Pingala und Shushumna: Im Hermesstab (Kaduceus), der noch heute das Symbol für alle Heilerberufe ist, finden wir eine Darstellung dieser drei Nadis. Der Stab selbst ist der Shushumna-Nadi, um den sich Ida und Pingala winden. Der Stab endet mit einer von Flügeln flankierten Kugel – Symbol für die befreite Seele. Wie im Chakren-System entspringen alle drei Kanäle dem Wurzelchakra, Ida und Pingala kreuzen sich viermal an den Punkten der Chakren.

Autor: David Rotter


Quelle: Chakren



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