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Körper zu verkaufen – für einen guten Zweck

9 January 2020, 15:39

Menschen





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Quelle Image: https://bellevue.nzz.ch/mode-beauty/spenden-sammeln-fuer-australien-model-verkauft-online-nacktfotos-ld.1532617

A

uf Twitter verkauft eine Zwanzigjährige Nacktfotos, um Spenden für den Kampf gegen die Waldbrände in Australien zu sammeln. Warum dieses Projekt nicht unproblematisch ist.


 

Das kalifornische Model Kaylen Ward, 20, sammelt als «The naked Philantropist», die nackte Menschenfreundin, derzeit online Spenden, um den Kampf gegen die Waldbrände in Australien zu unterstützen. Für je 10 Dollar gibt es ein Nacktfoto.

Eine halbe Million für die Koalas

Das läuft. Eine halbe Million Dollar hat Ward laut eigenen Aussagen bereits gesammelt. Den Koalas mögen wir das gönnen. Trotzdem ist die Aktion eine fragwürdige Sache. Und zwar auf mehreren Ebenen. Natürlich kann jeder mit seinem Körper im gesetzlichen Rahmen machen, was er will. Und mit seinem Geld sowieso. Aber auch ein guter Zweck ändert den Fakt nicht: Körper gegen Geld ist das Geschäft der Prostitution. Und dieses Tauschgeschäft funktioniert nur in einer Gesellschaft, in der männliche und weibliche Körper und letztlich Männer und Frauen nicht gleichgestellt sind.

 

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I’m sending nudes to every person who donates atleast $10 to any one of these fundraisers for the wildfires in Australia. Every $10 you donate = one nude picture from me to your DM. You must send me confirmation that you donated.
Please RT

Wir können Dir nicht alles zeigen!

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Bild auf Twitter anzeigenBild auf Twitter anzeigen

THE NAKED PHILANTHROPIST@lilearthangelk

Guys. Im so happy right now I am crying. We’ve officially donated $5,000 to save Australia. Thank you all so much!

 

Deshalb ist diese Aktion emanzipatorisch gesehen ein Problem: Sie unterstützt das nach wie vor florierende System des Frauenkörpers als Objekt, als Ware. In New York läuft mit dem Prozess gegen Harry Weinstein der bisherige Höhepunkt der #metoo-Bewegung, die sich auch darum dreht, diesen ewigen Tauschhandel zu durchbrechen. Im gleichen Land verkauft eine junge Frau medienwirksam ihren Körper für einen guten Zweck, findet eifrige Nachahmerinnen und füttert damit ein System, das wahre Gleichberechtigung verunmöglicht. Instagram hat den Account des Models übrigens gelöscht. Die Plattform erlaubt den Verkauf von Nacktfotos nicht, egal zu welchem Zweck dieser erfolgt.

 

Einfach spenden

Ein Fragezeichen lösen auch all jene aus, die sich eines oder mehrere Fotos gekauft haben. Nicht, weil sie sich gerne nackte Körper anschauen. Sondern weil offenbar erst das älteste aller Tauschgeschäfte sie zu einer Spende bewegt. Wo, muss man sich da fragen, liegt deren Solidarität? Bei den Koalas und ihrer Umwelt. Oder doch eher bei dem Nackedei und dem eigenen Voyeurismus?


Quelle: bellevue


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