change language     -        


Kinderarbeit

11 January 2018, 13:22

Arbeit





news_image

  • Die Ursachen für Kinderarbeit sind vielfältig.
  • Ohne Schulbildung finden Kinderarbeiter keine qualifizierte Arbeit.
  • Organisationen kämpfen für die Abschaffung von Kinderarbeit.
  • Verbraucher können durch bewusste Kaufentscheidungen helfen.

 

Ursachen von Kinderarbeit

Viele Millionen von ihnen schuften unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Die oft viel zu schwere Arbeit und Misshandlungen verursachen bei vielen Kindern bleibende Schäden an Körper und Seele.

Für Kinderhändler, Fabrikbesitzer und ganze Industrien ist das Geschäft mit Kinderarbeitern sehr lukrativ. Kinder lassen sich leicht ausbeuten, können sich nicht wehren und sind fast nie gewerkschaftlich organisiert. Und sie sind wesentlich billiger als erwachsene Arbeiter.

Die Ursachen von Kinderarbeit liegen im wirtschaftlichen Ungleichgewicht dieser Welt und in einem Teufelskreis von mangelhaften Sozialsystemen, fehlender Bildung, Armut und Ausbeutung.

Laut Statistiken der Vereinten Nationen haben in den Entwicklungsländern mehr als eine Milliarde Menschen weniger als einen US-Dollar pro Tag zur Verfügung. Das reicht nicht, um eine Familie zu ernähren.

Die Eltern können sich einen Schulbesuch der Kinder nicht leisten oder sehen zum Teil auch gar keine Notwendigkeit dafür. In manchen Kulturen gilt es als selbstverständlich, dass Kinder als Zeichen ihrer Dankbarkeit mitarbeiten müssen, um die Familie zu ernähren.

Diese Tradition kann allerdings von kleinen Jobs und etwas Mithilfe bis hin zu brutaler Ausbeutung reichen. Nicht selten bedeutet das: Die Kinder müssen Geld heimbringen, egal wie.

Oft geht es dabei um das blanke Überleben. Statt zu lernen und eine richtige Ausbildung zu bekommen, müssen viele Kinder von klein auf arbeiten. Häufig geht es auch darum, die Schulden der Eltern abzuarbeiten.

Besonders in Südasien gibt es die sogenannte Schuldknechtschaft. Arbeitgeber leihen ihren Angestellten zu Wucherzinsen Geld und lassen sie nicht mehr gehen, bevor alles zurückbezahlt ist.

Wegen der Hungerlöhne hat kaum ein Arbeiter die Chance, das Geld mitsamt den Zinszahlungen aufzubringen. Die Schulden werden an die nächste Generation weitergegeben und alle Familienmitglieder, auch die Kinder, werden zu Sklaven des Unternehmers.

Viele der Kinderarbeiter gehören Minderheiten oder anderen unterdrückten gesellschaftlichen Gruppen an. Besonders Mädchen, die in vielen Kulturen weniger gelten als Jungen, sind gefährdet. Statt zur Schule zu gehen, müssen sie arbeiten oder sich gar prostituieren.

Besonders in Afrika führen Bürgerkriege und die Verbreitung von Aids dazu, dass viele Kinder zu Waisen werden und sich dann alleine durchschlagen müssen.

Fehlende Schulausbildung

Mangelnde Bildung ist eine Folge, aber auch eine der Ursachen von Kinderarbeit. Kinderarbeiter gehen meist gar nicht, manchmal nur für wenige Stunden zur Schule.

Dann jedoch sind sie ohnehin häufig zu müde, um dem Unterricht zu folgen, leiden unter Krankheiten, verpassen durch ihre Arbeitszeiten den Anschluss und werden von niemandem motiviert zu lernen. Häufig verbieten auch die Arbeitgeber, dass die Kinder zur Schule gehen.

Kinder ohne Schulausbildung haben später kaum eine Chance, sich ein gutes eigenständiges Leben aufzubauen. Die Arbeitgeber setzen Kinder meist für harte aber unqualifizierte Arbeit ein.

Das bedeutet, dass sie niemals eine richtige Ausbildung bekommen oder ein Handwerk lernen können. Es ist erwiesen, dass ehemalige Kinderarbeiter häufig ihre eigenen Kinder wieder zur Arbeit schicken, also ganze Generationen in diesem Kreislauf der Armut gefangen bleiben.

Hilfe für Kinderarbeiter

Kinderarbeit ist ein globales Problem und die reichen Industrieländer sind, weil sie Produkte der Kinderarbeit kaufen, ebenso Teil des Systems wie die Erzeugerländer.

Doch es ist keine Lösung, solche Waren nicht mehr einzuführen oder zu kaufen. Werden Boykotte und Strafen nicht von weiteren positiven Maßnahmen begleitet, treffen sie oft die Falschen: Die Kinder und ihre Familien sind auf das Einkommen angewiesen.

Kinderarbeiter, die einfach entlassen werden, bekommen keine Hilfe und landen auf der Straße oder in noch schlimmeren Ausbeutungsverhältnissen. Kinder aus der Textilindustrie in Bangladesh, die wegen eines Boykotts entlassen wurden, landeten zum Beispiel in Steinbrüchen oder in der Prostitution.

Hilfsorganisationen wie Unicef oder terre des hommes lehnen daher undifferenzierte Boykott-Aktionen ab. Dagegen ist es sehr sinnvoll, Umstrukturierungsmaßnahmen zu unterstützen.

Jedes Hilfsprojekt für Kinderarbeiter muss von umfangreichen Sozial- und Bildungsmaßnahmen begleitet werden. Erfolgreiche Projekte gegen Kinderarbeit bieten Kompromisslösungen mit flexiblen Schulen an, sodass die Kinder ihre Arbeit nicht ganz aufgeben müssen und trotzdem zum Unterricht gehen können.

Die Arbeitgeber verpflichten sich in solchen Projekten die Arbeits- und Gesundheitsbedingungen in ihren Betrieben zu verbessern. Wichtig ist auch die Vergabe von Krediten und die Verbesserung der Löhne für die Eltern, sodass diese es sich leisten können, ihre Kinder nicht mehr zum Arbeiten zu schicken.

Unicef hat Kriterien festgelegt, die zeigen, wann Kinderarbeit als schädliche Ausbeutung bezeichnet werden muss. Dies ist der Fall, wenn

  • die Kinder vollbeschäftigt werden,
  • sie zu viel Verantwortung tragen, unter langen Arbeitszeiten und schlechter Bezahlung leiden,
  • die Arbeit langweilig und monoton ist,
  • das Arbeitsumfeld gefährlich ist, zum Beispiel unter Tage oder auf der Straße,
  • die Arbeit sie körperlich oder seelisch zu stark belastet,
  • keine Zeit und Kraft mehr für die Schule und zum Lernen bleiben.

Europäische Unterstützung für die Kinder

Immer mehr Unternehmen verpflichten sich unter zunehmendem öffentlichem Druck, in ihrer Produktion keine illegale ausbeuterische Kinderarbeit mehr zuzulassen.

Internationale Initiativen unterstützen Firmen, Waren ohne Kinderarbeit herzustellen. Hilfsinitiativen kennzeichnen Waren, die ohne illegale Kinderarbeit hergestellt wurden – von Firmen, die bereit sind, soziale Projekte für Kinder und ihre Familien zu unterstützen.

Deutsche Verbraucher können diese Initiativen durch bewusste Kaufentscheidungen unterstützen. Wer sich über die Herkunft der Waren im Einkaufsregal informiert und sich für Produkte entscheidet, die von Hilfsinitiativen gekennzeichnet sind, unterstützt den Kampf gegen Kinderarbeit.

Autorin: Ulla Rehbein


Quelle: NRZ


Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann teil ihn mit deinen Freunden.




Folgt uns um keinem Artikel mehr zu verpassen




news_image

Kürzlich habe ich ein Video gepostet (die Verlinkung folgt weiter unten), das mächtig diskutiert wurde. In diesem Text gehe ich ganz bewusst jedoch nicht auf den Inhalt des Videos ein. Das mag merkwürdig klingen, erklärt sich aber in ein paar Momenten.

Read more

news_image

Im Leben von Jeffrey Epstein spielte seine mutmaßlichen Gehilfin eine wichtige Rolle.

Read more

news_image

Die Ex-Partnerin von Jeffrey Epstein sitzt in U-Haft und soll angeblich den US-Behörden die Namen wichtiger Männer geben wollen.

Read more

news_image

Der venezolanische Machthaber Maduro hatte Goldreserven angefordert, damit das Land an Geld zur Bekämpfung der Corona-Pandemie kommt. Diese liegen allerdings in einem Tresor in Großbritannien. Ein britisches Gericht verwehrte nun die Herausgabe, weil da

Read more

news_image

In guten 7 minuten spricht Frau Dr. Sahra Wagenknecht vielen Deutschen aus der Seele. Was das Volk nicht vor dem Deutschen Bundestag äußern kann, macht dafür Sahra Wagenknecht mit aller härte und deutlichkeit klar!

Read more


allnews_image

Im Wirtschaftsausschuss des Bundestags hat eine breite Mehrheit der Abgeordneten die geplanten weiteren Sanktionen der USA gegen den Bau der Gas-Pipeline Nord Stream 2 durch die Ostsee kritisiert. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sprach sich für Ge

Voir plus


allnews_image

Europa muss die Arroganz im Umgang mit seinem kolonialen Erbe aufgeben. Das fordert die indische Wissenschaftlerin Nikita Dhawan. Und: Rassistische Strukturen lebten fort. Das Berliner Humboldt Forum etwa sei konzeptionell „feudal“.

Voir plus


allnews_image

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, 9500 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Für die deutschen Städte wäre das eine wirtschaftliche Katastrophe, zeigen einige Beispiele. Manche Regionen fordern mehr Engagement der Bundesregierung, um die

Voir plus


allnews_image

Äthiopien will seinen Mega-Staudamm am Nil fluten - zum Leidwesen von Sudan und Ägypten. Die Verhandlungen, wie viel Wasser er weiter durchleitet, sind festgefahren. Der Streit gefährdet die Sicherheit in der Region.

Voir plus



allnews_image

Die Lüge – von Kant im 18. Jahrhundert als „der eigentliche faule Fleck der menschlichen Natur“ bezeichnet – ist sicherlich so alt wie der moderne Mensch selbst. Und machen wir uns nichts vor, lügen gehört zu unserem Alltag und wir lernen es schon vom Kin

Voir plus


allnews_image

Ein verurteilter Mörder bringt sich selbst im US-Gefängnis die Grundlagen der höheren Mathematik bei, löst ein kompliziertes Rechenproblem und begeistert auch seine Mithäftlinge für die Mathematik.

Voir plus


allnews_image

Bomben, Armut, Hunger: Der Krieg im Jemen wirft die Zivilbevölkerung im Land um mindestens 25 Jahre zurück. Angesichts des zusammenbrechenden Gesundheitssystems befürchten die Vereinten Nationen ein Massensterben.

Voir plus


allnews_image

Die Ministerpräsidenten haben den Staatsvertrag für die Erhöhung des Rundfunkbeitrags von 17,50 Euro auf 18,36 Euro unterschrieben. Damit machten sie am Mittwoch bei ihrer Sitzung in Berlin den Weg frei für die noch nötigen Abstimmungen in allen Länderpa

Voir plus


allnews_image

Rheda-Wiedenbrück/Gütersloh Nach einem Corona-Ausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies fährt der Kreis Gütersloh das öffentliche Leben teilweise wieder runter. Schulen und Kitas schließen. So soll die Ausbreitung des Virus noch gestoppt werden.

Voir plus


allnews_image

Diamanten und Afrika sind durch eine sehr lange Geschichte miteinander verbunden. Nirgendwo anders auf der Welt werden derart große Mengen von dem kostbaren Edelstein gewonnen. Doch der Diamantenboom hat auch seine Schattenseiten. Im Bürgerkrieg in Angola

Voir plus


allnews_image

In Peking kam es zu einem erneuten Ausbruch von Covid-19 — Ursache ist wohl eine Mutation des neuartigen Coronavirus. Dieses Szenario klingt bedrohlich, dass das Virus mutiert wurde aber von Wissenschaftlern erwartet. Doch warum mutiert ein Virus? Wie g

Voir plus


allnews_image

SPD und Linke fordern Aufklärung bezüglich der Lobbyaktivitäten des CDU-Abgeordneten Philipp Amthor.

Voir plus


allnews_image

Mitten im Pride-Monat beschloss die Trump-Regierung, künftig nur noch "männlich oder weiblich und wie von der Biologie bestimmt" als Geschlechtsidentitäten zuzulassen

Voir plus


allnews_image

Gerade Menschen mit wenig Wissen überschätzen oft ihre eigenen Fähigkeiten – während sie die Leistungen kompetenterer Menschen verkennen. Weshalb ist das so?

Voir plus


allnews_image

Coronavirus in Südkorea: Dank Roboter-Kellnern sinkt in vielen Cafés und Bars das Infektionsrisiko. Doch es gibt Nachteile.

Voir plus


allnews_image

Die Bundesregierung enthielt sich bei der Abstimmung zur Resolution 1973 der Vereinten Nationen. Die Resolution sah die Errichtung einer Flugverbotszone über Libyen vor. Das Ergebnis ist ein Deutschland, das als unmoralische Zivilmacht dasteht.

Voir plus


allnews_image

Um gegen die hohen Mieten in München zu protestieren, hat sich ein Münchner Künstler etwas besonderes ausgedacht: Er zieht für einige Tage in ein Mini-Holzhaus auf einem Parkhaus - die Inhaber wissen davon noch nichts.

Voir plus




allnews_image

Seit einigen Monaten gibt es eine sehr lebhafte öffentliche Diskussion darum, ob nicht etwa Wasserstoff die richtige Energie-Speichertechnik für die Elektromobilität sei. Dabei hat die Technik keine Chance gegen den Akku.

Voir plus


allnews_image

Bayern hat eine neue Wasserstoffstrategie vorgestellt, mit der sich der Freistaat zu einem „weltweiten H2-Technologieführer“ entwickeln will. Angestrebt wird unter anderem, Wasserstoff-Anwendungen im Verkehr zu forcieren und den Ausbau der H2-Infrastruktu

Voir plus


allnews_image

"Faisons attention à ne pas prendre du retard (sur la 5G) et à ne pas se retrouver dans la situation qu'on a déjà vécue plusieurs fois en France où on va être plus intelligents que tout le monde et à la fin on est plutôt en retard sur le reste de la compé

Voir plus


allnews_image

Auf der Grundlage von 258 bestehenden Studien betrachteten die Forscher um Jonathan Lenoir (Amiens) und Romain Bertrand (Toulouse) gut 30.000 Lebensraumveränderungen bei mehr als 12.000 Arten von Bakterien, Pilzen, Pflanzen und Tieren. Über die Ergebniss

Voir plus


allnews_image

Il est facile de penser aux pôles géomagnétiques de la Terre comme des éléments qui sont fixés dans la pierre (ou la glace), mais les deux pôles ne sont pas stationnaires et restent dans un état de flux permanent. Depuis qu’il a été documenté pour la prem

Voir plus