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In der Pampa pflegen Mennoniten das deutsche Erbe

19 July 2020, 23:56

Geschichte





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Quelle Image: https://www.welt.de/reise/Fern/article211236451/Suedamerika-In-der-Pampa-pflegen-Mennoniten-deutsches-Erbe.html?wtrid=socialmedia.socialflow....socialflow_facebook

 

Die Pampa ist keineswegs nur öde und menschenleer, wie manche meinen. Schon früh lockten fruchtbare Böden und mildes Klima europäische Siedler an. Einige ihrer Nachfahren leben heute noch wie vor Jahrhunderten.


 

Die Region Pampa

„Mitten in der Pampa.“ Im Deutschen bedeutet das: im Nirgendwo. Dabei gibt es die Region – im südöstlichen Südamerika, und sie ist weder öde noch überall menschenleer. Ihr Name stammt aus der indigenen Sprache Quechua und bedeutet Ebene oder auch Feld.

Ihre Ausdehnung ist Definitionssache, es gibt auch eine argentinische Provinz namens La Pampa. Die 500.000 Quadratkilometer große Region hingegen, auch Pampas genannt, ist eine subtropische Grassteppe. Sie reicht von den Anden über große Flächen Argentiniens, ganz Uruguay und ein Stück Brasiliens bis zur Atlantikküste, auch die Millionenstädte Buenos Aires und Montevideo zählen zur Pampa.

Nachdem spanische Eroberer die ersten Weidetiere hergebracht hatten, lockten der fruchtbare Boden und das milde Klima immer mehr europäische Siedler an. Die Natur wurde der Landwirtschaft geopfert: Viehweiden mit Rindern und Schafen, Felder bis zum Horizont.

 

Die Pampa erstreckt sich über Uruguay, Argentinien und Brasilien

Quelle: Infografik WELT

 

Sogar 90 Prozent des brasilianischen Weins kommt aus der Pampa. In Refugien wie dem argentinischen Nationalpark El Palmar entdeckt man die ursprüngliche Grassteppe und mit Öko-Tourismus eine schönere Version alter Zeiten in der Pampa.

Wie die Amish lehnen Mennoniten die Moderne ab

„Ons Voda em Himmel!“ So beginnt das Vaterunser auf Plautdietsch, dem antiquierten Ostniederdeutschen der Mennoniten. Es entstand im 16. und 17. Jahrhundert im Weichsel-Delta. In der Pampa lebt es fort, denn hierher zog es etliche Gemeinden der evangelischen Bewegung.

Sie flohen vor religiöser Verfolgung oder schlicht vor der Welt, wie sie die übrige Gesellschaft nennen. Wie die Amish in den USA lehnen sie Strom und moderne Technik ab, nutzen Pferdekutschen, tragen altmodische Kleidung.

 

 

So zeigt der Dokumentarfilm „Ohne diese Welt“ den Alltag von 700 deutschstämmigen Mennoniten in der argentinischen Pampa. Doch auch Hochdeutsch hat Tradition: Die Deutsche Schule Montevideo gibt es seit 160 Jahren.

Wo der Tango in die Welt kam

104 Jahre ist es her, dass in der Pampa der Tango aller Tangos erfunden wurde: „La Cumparsita“. Einer Legende zufolge kritzelte der Uruguayer Gerardo Matos Rodríguez 1916 eine Urform des Musikstücks auf die Serviette eines Lokals in Montevideo, der Argentinier Roberto Firpo führte es dann in seiner überarbeiteten Fassung auf.

Dass einige Quellen 1917 nennen, ist noch die kleinste Kontroverse im Streit um den Tango Argentino: Entstand er wirklich in Argentinien? Oder doch in Uruguay?

Dort nennt man ihn Tango Rioplatense, da an seiner Erfindung beide Länder am Rio de la Plata beteiligt waren. Wann und wie genau, wird ein Mythos bleiben, fest steht allerdings, dass der Tango aus der Pampa in die Welt kam.

Meerschweinchen lieben Pampasgras

Seine großen Blüten-Wuschel machten es auf der ganzen Welt als Zierpflanze beliebt: Das Amerikanische Pampasgras (Cortaderia selloana) bringt auch in deutsche Parks und Gärten einen Hauch von Südamerika. Inzwischen gibt es Zuchtformen in Rot, Rosa, Gelb, sogar in Violett.

 

Das Amerikanische Pampasgras ist wegen seiner Blüten-Wuschel auch in deutschen Gärten beliebt

Das Amerikanische Pampasgras ist wegen seiner Blüten-Wuschel auch in deutschen Gärten beliebt

Quelle: Getty Images





Das immergrüne Süßgras wird gern von anderen Pampa-Bewohnern geknabbert – von Meerschweinchen etwa, aber auch von den Viscacha, possierlichen grauen Nagern mit gestreifter Gesichtsmaske aus der Familie der Chinchillas. Sie leben in unterirdischen Gängen und sind furchtlos: Sie teilen sich ihre Höhlen mit einem Raubtier, dem Pampasfuchs.

Ihre Herkunft im Namen tragen auch der Pampashirsch und der Pampashase. Letztere, auch Maras genannt, hoppeln im Hamburger Tierpark frei herum, während straußenähnliche Nandus, nachdem einige Exemplare aus einer Farm entkamen, in Herden durch Norddeutschland ziehen – und nun offiziell als heimische Vogelart gelten.

Urlauber können mit einem Gaucho ausreiten

Mut und Ehrgefühl sind seine Tugenden, zu Pferde durchstreift er die Weite der Pampa, den Sombrero auf dem Kopf, Sporen an den Stiefeln, das Facón-Messer am Gürtel seiner Pumphose. Während er über die Herde wacht, braut er Mate-Tee am Lagerfeuer, kaut Trockenfleisch und umfasst seine Gefährtin, die Gitarre.

 

Argentinien: Zu Pferde durchstreifen Gauchos die Weite der Pampa

Zu Pferde durchstreifen Gauchos die Weite der Pampa

Quelle: Getty Images

 

Den Cowboy der Pampa umgibt bis heute verwegene Romantik, obwohl seine Blütezeit im 19. Jahrhundert verblasste, als die Grundbesitzer das Weideland ihrer Estancias (Ranches) einzäunten und die einst freien Reiter zu Lohnarbeitern wurden. Woher der Name Gaucho stammt, bleibt rätselhaft, Herleitungen reichen vom brasilianischen gaudério (Penner) bis zum araukanischen gachu (Kamerad).

Heute gibt es in der Pampa Gaucho-Eco-Tourismus, um ihre Künste erleben oder mit ihnen ausreiten zu können (buchbar etwa über Diamir, Hurtigruten).





Das Zitat

„Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“

 

So lautet eines der berühmtesten Zitate von Ernesto „Che“ Guevara (1928–1967). Weniger bekannt ist, dass der marxistische Revoluzzer und Weggefährte Fidel Castros aus der Pampa stammt. Als Sohn wohlhabender argentinischer Eltern, die gerade auf dem Weg zu ihrer Mate-Plantage waren, wurde er bei einem Zwischenhalt in Rosario geboren.

Während seines Medizinstudiums reiste er durch Südamerika, dann nach Guatemala und Mexiko, wo er Castro traf, der ihn später in Kuba zum „Commandante“ ernannte. Dort wird Che bis heute als Volksheld gefeiert, in Santa Clara ist ihm ein Monument mit Museum gewidmet.

Das diktatorische Regime in Havanna feiert ihn weiterhin als Helden. Aber nicht sein Geburtsort Rosario – obwohl die Stadt als Hochburg des Sozialismus gilt.


Quelle: welt


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