change language     -        


Greenpeace-Untersuchung: EU-Mercosur-Handelsabkommen verstärkt Gefahren für Artenvielfalt

23 May 2020, 15:21

Erde





news_image

Quelle Image: https://www.tagesspiegel.de/politik/abholzung-der-amazonas-region-brasiliens-praesident-feuert-den-waechter-des-regenwaldes/24869640.html

 

Die Bundesregierung verhindert nicht, dass europäische Unternehmen bienengiftige und EU-weit nicht zugelassene Pestizidwirkstoffe nach Brasilien exportieren und dort vertreiben. Das zeigt eine Untersuchung von Greenpeace anlässlich des heutigen Tages der Artenvielfalt.


 

Pestizide sind ein wesentlicher Bestandteil der industrialisierten Landwirtschaft, die wiederum für den Verlust der Artenvielfalt mitverantwortlich ist. Laut der Analyse sind beispielsweise deutlich mehr als die Hälfte der Wirkstoffe, die Bayer und BASF in Brasilien vertreiben, als hochgefährliche Pestizide eingestuft und in der EU teils nicht zugelassen. Beispiele sind die stark bienengefährlichen Wirkstoffe Fipronil, Imidacloprid und Chlorpyrifos (weitere Informationen hierzu: https://bit.ly/3e7gGQL). “Diese Mittel sind Gift für die Biodiversität”, sagt Jürgen Knirsch, Greenpeace-Experte für Handelsthemen. “Deshalb sind sie in Europa nicht mehr auf dem Markt. Doch die EU betreibt ein doppeltes Spiel: Was hier zu gefährlich ist, kann in Brasilien offenbar trotzdem noch aufs Feld kommen – Hauptsache, der Profit stimmt.” 

Brasilien ist von immenser Bedeutung für die biologische Artenvielfalt, aber gleichzeitig einer der größten Pestizidverbraucher weltweit. Tendenz stark steigend. “Brasiliens Präsident Bolsonaro schert sich weder um den Erhalt der Artenvielfalt, noch um den Schutz des Klimas oder um die Gesundheit der Menschen. Deshalb braucht es politische Lösungen”, so Knirsch. “Greenpeace  fordert deshalb eine nachhaltige Handelspolitik mit verbindlichen Regeln zum Klima- und Artenschutz, zum Schutz der Menschenrechte und der Kernarbeitsnormen.” 





EU-Mercosur-Abkommen: Gift für die Artenvielfalt

Die EU hat mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay jedoch ein Handelsabkommen verhandelt, das viele soziale und Umwelt-Probleme in diesen Ländern verschärfen würde. So sollen die Mercosurländer– laut dem derzeit im Ratifizierungsprozess befindlichen Abkommen– beispielsweise größere Mengen Rind- und Hühnerfleisch zu vorteilhaften Zollbedingungen in die EU exportieren dürfen. Das würde den Bedarf nach Futtersoja erhöhen – welches unter Einsatz hochgiftiger Pestizidwirkstoffe wie Chlorpyrifos und Fipronil angebaut wird. Diese wiederum exportieren europäische Unternehmen nach Südamerika, obwohl sie hier nicht mehr zugelassen sind. 

Durch das Abkommen sollen zudem die bisher bestehenden Zölle auf die Pestizide wegfallen, wodurch der Absatz wohl weiter steigen wird. Dabei ist die Artenvielfalt schon jetzt massiv unter Druck; beispielsweise verendeten allein im Januar 2019 50 Millionen Bienen im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina an den im Soja-Anbau eingesetzten Pestiziden. 

In Europa wächst der Widerstand gegen das Mercosur-Abkommen. Doch während Länder wie Österreich und Frankreich Nachbesserungen fordern, drängt ausgerechnet Deutschland auf die baldige Ratifizierung. “Wenn Deutschland das Abkommen in seiner jetzigen Form nicht stoppt, wäre es Belohnung und Bestätigung für Bolsonaro, der den Umweltschutz mit Füßen tritt”, fasst Knirsch zusammen. “Mit der EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr hat die Bundesregierung die Möglichkeiten zum Handeln.”

 





Weitere Interessante Links zum Thema: 

Mercosur stoppen, Amazonas retten!

Covid-19 stresst den Mercosur

CSP sagt Nein zum Mercosur-Abkommen

Freihandel und Mercosur auf der Agenda der deutschen EU-Ratspräsidentschaft

 


Quelle: sonnenseite


Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann teil ihn mit deinen Freunden.




Folgt uns um keinem Artikel mehr zu verpassen




news_image

Das Bundesinnenministerium fordert eine anlasslose Personen-Vorratsdatenspeicherung mit verifizierten Daten aller Bürger:innen, die im Internet über Messenger oder E-Mail kommunizieren. Wir veröffentlichen den Volltext des Forderungskataloges.

Read more

news_image

Unbekannte haben sich offenbar Corona-Hilfen ergaunert - in derart großem Stil, dass der Bund die Abschlagszahlungen vorerst einstellt - mitten in der Krise.

Read more

news_image

Vor der Küste Nordkaliforniens spielt sich ein weiteres ökologisches Desaster ab. Ein artenreiches Ökosystem wird aufgefressen – und kehrt wohl lange nicht mehr wieder.

Read more

news_image

China verfolgt mit dem Infrastrukturprojekt „Neue Seidenstraße“ nicht nur wirtschaftliche Interessen, glaubt Martin Uebele von der University of Groningen. Der Dozent für „Economic and Social History“ geht davon aus, dass Peking auch auf der politischen B

Read more


allnews_image

Wie geht es mit der Impfpflicht weiter? Bekommt Deutschland auch einen grünen Pass, oder etwas ähnliches? Werden wir womöglich doch "Gezwungen" uns impfen zu lassen um am Leben teilhaben zu können? Was geschieht mit den nicht geimpften? Was dürfen und was

Voir plus


allnews_image

Wer heute Abend zwischen 21 Uhr und 22 Uhr noch nicht weiß was er machen soll, kann sich die erste Rede von Donald Trump live auf Youtube verfolgen.

Voir plus


allnews_image

Bundesfinanzminister Olaf Scholz zeigt sich zuversichtlich, dass es bald eine Rückkehr „zu einem normaleren Leben“ geben werde. Bei dem Zusammenspiel zwischen der Öffnungsstrategie, den Impfungen und dem Testen brauche es aber „eine Lösung aus einem Guss“

Voir plus


allnews_image

Sie sind kaum mehr als kriechender Schleim - doch sie lösen komplexe Aufgaben. Dabei hilft ihnen anscheinend eine Art Gedächtnis.

Voir plus


allnews_image

UNO veröffentlicht Zahlen zu zivilen Opfern. BRD will Bundeswehr-Einsatz verlängern

Voir plus


allnews_image

Der umstrittene Tierschützer Erwin Kessler zog gegen Wikipedia vor Gericht – mit Erfolg. Das Online-Lexikon muss Inhalte über ihn löschen. Das Urteil dürfte Nachahmer ermutigen.

Voir plus



allnews_image

Mannheim.Nun ist sie aufgehoben - nach fast drei Monaten gilt die nächtliche Ausgangssperre ab Samstag nicht mehr und die Mannheimer dürfen auch nach 21 Uhr wieder auf die Straße gehen. Per Allgemeinverfügung hat die Stadt Mannheim am Freitagabend die Spe

Voir plus


allnews_image

Die Klage gegen die aktuellen Ladenschließungen des Stuttgarter Luxus-Modehändlers Breuninger wurde abgelehnt.

Voir plus


allnews_image

Ab Sonntag gibt es in Israel eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“: Ein grüner Pass verschafft Geimpften Zutritt zu Theatern, Hotels und Schwimmbädern. Sogar das Reisen wird wieder möglich. Schlechte Nachrichten gibt es für deutsche Touristen.

Voir plus


allnews_image

Nach historischem Friedensschluss kooperieren immer mehr Institutionen und Organisationen aus Israel und den VAE

Voir plus


allnews_image

Großbritannien: Skandal um Nahrungsmittelpakete für arme Schüler. Verantwortliches Unternehmen mit guten Beziehungen zu Regierung

Voir plus


allnews_image

Aufgrund weiter hoher Infektionszahlen in der Corona-Pandemie ist der Lockdown in Deutschland bislang bis Ende Januar terminiert. Wie es weitergeht, wollen Bund und Länder am 19. Januar besprechen.

Voir plus


allnews_image

Mit dem Protest gegen die Trump-Sperre in sozialen Medien vollziehe die Bundesregierung eine 180-Grad-Wende in ihrer Politik gegen Hassrede, meinen Beobachter.

Voir plus


allnews_image

Twitter-Chef Dorsey hat seine Entscheidung, Trumps Nutzerkonto zu sperren, verteidigt. Zugleich übte er Selbstkritik und sprach von der Gefahr, wenn ein Unternehmen unkontrollierte Macht habe.

Voir plus


allnews_image

Der Lockdown wird bis zum 31. Januar verlängert - und besonders die Kontaktbeschränkungen verschärft. Private Treffen sind nur noch mit einer Person aus einem anderen Haushalt möglich.

Voir plus


allnews_image

Eigentlich wollten die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag ab 11 Uhr über eine Verlängerung des Lockdowns beraten. Nach Informationen von Business Insider ist der Termin jedoch geplatzt, der Gipfel um mindestens z

Voir plus


allnews_image

Ein längerer Lockdown scheint sicher. Doch was bedeutet das für die Schulen? Eine einheitliche Linie zeichnet sich vor der heutigen Kultusministerkonferenz noch nicht ab. Auch die Koalitionspartner in Bayern sind sich offenbar noch nicht einig.

Voir plus


allnews_image

Etwa 240 israelische Bürger erkrankten an COVID-19, nachdem sie die erste Dosis des Pfizer/BioNTech-Impfstoffes erhalten hatten. Die Hersteller verweisen darauf, dass der Infektionsschutz von 95 Prozent erst eine Woche nach der zweiten Dosis erreicht werd

Voir plus


allnews_image

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat am Dienstagabend betont, dass es wohl auch nach dem 10. Januar 2021 weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus geben wird. „Stand heute sind wir mit den Zahlen bei weitem noch nicht da, wo wir hin müss

Voir plus


allnews_image

Feuerwerk und entsprechende Verletzungen sollen das Gesundheitssystem nicht zusätzlich belasten: Der Bund hat deshalb die "Überlassung" von Feuerwerk bundesweit verboten. Zuvor hatten Gerichte ähnliche Regeln der Länder gekippt.

Voir plus




allnews_image

Dover/Manston (dpa) Seit Tagen warten zahlreiche Lastwagen in Südostengland auf die Ausreise nach Frankreich. Nun stehen die Grenzen wieder offen - aber nur bei negativem Corona-Test. Noch immer geht es nicht voran.

Voir plus


allnews_image

Zum Jahresende schließt das Krankenhaus in Ingelheim am Rhein, wie zuvor zwölf andere Kliniken seit Pandemiebeginn. Ein Bündnis hält dagegen

Voir plus


allnews_image

Klein wie ein Kabinenroller, aber vollkommen autark. Aptera verkauft ein Mini-Auto, das niemals an die Steckdose muss.

Voir plus


allnews_image

Auf meinem Smartphone gibt es 160 Apps. Was sie tatsächlich tun, weiß ich nicht. Aber ich habe beschlossen, es herauszufinden.

Voir plus


allnews_image

Wenn sie nicht von einer so angesehenen Quelle käme, würde diese Nachricht ohne Weiteres ignoriert werden.

Voir plus