change language     -        


Von der Großmacht zur Großmaulmacht

May 28, 2018, 11:02 am

Type: Politik

       




news_image

Präsident der Vereinigten Staaten ist man nicht einfach so aus Lust und Laune. Wenn man Präsident ist, hat jedes Wort, jede Silbe, jede Geste Konsequenzen. Deswegen ist bisher noch jeder Präsident sehr behutsam mit seinen Worten umgegangen. Sie sind sein größtes Kapital. Gibt er sein Wort, dann muss am Ende ein ganzes Land dafür haften. So weit Theorie und Praxis aus der Zeit vor Donald T.

In der jetzt aufgeführten Realityshow aus dem Weißen Haus verkommt das Wort des Präsidenten zur Billigware, Politik verkümmert zum Impuls, aus der Großmacht USA ist eine Großmaulmacht geworden. An einem Tag will der Präsident einen Gipfel mit Nordkorea, am nächsten sagt er ihn ab, 24 Stunden später bereitet er sich wieder darauf vor. Politik wird zum launigen Ereignis reduziert, sie produziert nur noch spektakuläre Phrasen, aber keine Inhalte.

 

Amerikas Präsident wird jetzt als wankelmütig wahrgenommen

 

Donald Trump zu folgen ermüdet, weil dieser Mann zu viel redet und zu wenig zu sagen weiß. Das Gewicht des Wortes des Präsidenten der Vereinigten Staaten scheint er nicht zu spüren. Trump folgt keiner Strategie, er folgt einem Gefühl, das wiederum einem sehr leicht zu beeinflussenden Geisteszustand zu gehorchen scheint. In der Absage des Treffens folgte er wohl dem Rat der eigenen Experten, die in dieser unkontrollierten und überhasteten Annäherung an Nordkorea eine Gefahr sehen. Sicherheitsberater John Bolton hat sich da unmissverständlich positioniert. Wer sich seit mehr als einem halben Jahrhundert in tiefer Feindschaft gegenübersteht, sollte mit dem Austausch von Freundschaftsbekundungen sparsam beginnen.

Die neuerliche Volte - vielleicht doch ein Treffen - macht die Politik keinen Deut besser. Im Gegenteil: Amerikas Präsident wird jetzt als wankelmütig und unkontrolliert wahrgenommen. Was eigentlich sind seine Maßstäbe für den Umgang mit Kim? Reicht ein freundlicher Brief, um den US-Präsidenten in einer derart wichtigen Frage umstimmen zu können? Oder gibt es tatsächlich Bedingungen, die Washington vor einer Annäherung an Nordkorea stellt? Trump nennt sie nicht, es scheint ihn kaum zu interessieren.

 

Kim hat gezeigt, wie leicht er Trump manipulieren kann

 

Es gibt inzwischen eine beachtliche Fraktion von (vor allem amerikanischen) Wahlbürgern, die Trumps Stil für genialisch halten. Hat er mit seiner Überrumpelungspolitik gegenüber Nordkorea nicht alles erreicht, was man erreichen kann? Hat sich das Kim-Regime nicht geöffnet und eine Denuklearisierung versprochen? Die Antwort ist einfach: Nein, hat es nicht. Motiv und Handlungsfähigkeit des Diktators aus Nordkorea bleiben im Nebel. Seine Bereitschaft zur vollständigen nuklearen Abrüstung hat er noch immer nicht persönlich bekundet. Deshalb müssen Taten folgen, die sich überprüfen lassen. Für all das wird Kim einen Preis verlangen. Aber welchen? Amerika hat nur ein Gut, das für den Norden von Interesse sein könnte: die militärische Präsenz in Südkorea.





Anzeige

Trump ist zuzutrauen, dass er ohne eine Sicherheit in den Händen das Risiko eines Treffens mit Kim eingeht. Schon jetzt hat Kim gezeigt, wie leicht er Trump manipulieren kann, er hat die Führung in diesem Tanz übernommen und verlangt Sicherheitsgarantien - ein großes Wort, das selbst die besten Verhandler nicht binnen zwei Wochen mit Leben füllen können. Trump wird die Lücke schließen: mit Geschwätz und leeren Gesten.


Quelle: MSN



news_image

Geschwisterlose Kinder gelten als verzogen und egoistisch. Was ist dran an den Vorurteilen?

Read more

news_image

An dem für Vögel gefährlichen Usutu-Virus sind in diesem Jahr bereits tausende Tiere erkrankt oder gestorben. Laut dem Naturschutzbund NABU sind es in diesem Jahr mehr als je zuvor.

Read more


allnews_image

Chemnitz hat sich beim #wirsindmehr-Konzert gegen Rassismus gestellt. 65.000 Menschen kamen. AfD-Politikerin von Storch nannte sie "abscheulich". Die Landesregierung fordert nun die gesamtdeutsche Aufarbeitung der Nachwendezeit.

Voir plus


allnews_image

Die Linken träumen davon, dass alle an einem Strang ziehen – nur wissen sie nicht, an welchem. Kann die Sammlungsbewegung von Sahra Wagenknecht daran etwas ändern? Eine Analyse von Robert Misik

Voir plus


allnews_image

Das Innenministerium soll bei seiner Aufsicht über das Bamf versagt haben. Zu diesem Schluss kommt der Bundesrechnungshof in einem Bericht, der nun in Teilen öffentlich wurde. Die fehlende Kontrolle hatte Folgen.

Voir plus



allnews_image

Ein junger Afghane sticht am Hauptbahnhof von Amsterdam zwei US-Touristen nieder. Die Behörden gehen von einem terroristischen Anschlag aus. Auch die deutsche Polizei ermittelt in dem Fall.

Voir plus


allnews_image

Mindestens 8500 Menschen haben an Demonstrationen am Samstag in Chemnitz teilgenommen - begleitet von 1800 Polizisten. Zwar gab es neun Verletzte und mehrere Straftaten, die große Eskalation blieb aber aus. Es soll einen Angriff auf ein MDR-Te

Voir plus


allnews_image

Ein 19 Jahre alter Afghane verletzt am Hauptbahnhof in Amsterdam zwei Menschen mit einem Messer.

Voir plus


allnews_image

Chemnitz kommt nicht zur Ruhe. Eine Woche nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen haben Dutzende linke und rechte Gruppen zu Demonstrationen aufgerufen. Der AfD-Bundeskonvent in Dresden endet deshalb frühzeitig.

Voir plus




allnews_image

Die Koalition hat sich bei den Themen Rente und Arbeitslosenversicherung endlich geeinigt. Was heißt das für die Rentnerinnen und Rentner - und für Arbeitnehmer? Wie geht es weiter?

Voir plus


allnews_image

Nach den Gewaltexzessen in Chemnitz sind Empörung und Betroffenheit groß. Die entscheidende Frage lautet nun: Wie können Rechtsextreme gestoppt werden? Aus der Politik kommen erste Antworten.

Voir plus


allnews_image

Lange hielt Google an seiner Social Media Plattform fest. Aber trotz zahlreicher Wiederbelebungsversuche konnte der Suchmaschinen-Gigant nie aufschließen zu Facebook, Twitter und Co. Jetzt scheint wenigstens Google Frankreich erkannt zuhaben, dass sämtlic

Voir plus


allnews_image

Für die einen sind sie absurder Unfug, für manche eine seltsame Faszination und für wieder andere schon fast eine Art Ersatzreligion: Verschwörungstheorien. Seit dem Ausbruch des Internetzeitalters erleben sie eine Revolution und sind essenzieller Bestand

Voir plus


allnews_image

L'entreprise de Google, DeepMind, spécialisée dans l'intelligence artificielle, a mis au point un logiciel capable de dépister plus de 50 maladies oculaires avec la même précision que des ophtalmologues aguerris.

Voir plus