change language     -        


Wenn vom Stundenlohn 1,77 Euro bleiben

May 9, 2018, 8:45 am

Type: Arbeit

       




news_image

Hartz IV – für die einen steht der Begriff synonym für den Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt, für die anderen ist es der Inbegriff für die Prekarisierung von Teilen der Beschäftigten in Deutschland. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will das System reformieren, am besten sogar komplett abschaffen. Die Diskussion um Hartz IV ist (wieder einmal) in vollem Gange. Oft genug wird sie aber verkürzt und faktenarm diskutiert. Wir erläutern das System anhand von zehn Zahlen.

 

9,6 Prozent aller Haushalte erhalten ganz oder teilweise Hartz IV

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland geht kontinuierlich zurück – aktuell sind 2,38 Millionen Menschen als arbeitslos registriert. Die Arbeitslosenquote liegt mit 5,3 Prozent auf einem Rekordtief. Manch einer träumt da schon von Vollbeschäftigung. Aber: Fast jeder zehnte Haushalt erhält immer noch ganz oder teilweise Leistungen aus Hartz IV. Rund sechs Millionen Deutsche sind in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit als Hilfebedürftige erfasst und beziehen Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitssuchende. Darunter fallen Arbeitslosengeld oder Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, also auch unterstützende Leistungen wie Wohngeld oder gesonderte Kinderzuschläge (zusätzlich zum Kindergeld), die an Geringverdiener gezahlt werden. "Damit waren 7,8 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter hilfebedürftig", schlüsselt die Bundesagentur für Arbeit in ihren neuesten Statistiken auf, "und 9,6 Prozent aller Haushalte".

650 Tage verbleibt ein Arbeitsloser im Schnitt im Hartz-System

Wer Arbeitslosengeld II bezieht, bekommt es heute über einen längeren Zeitraum als noch vor einigen Jahren. Die Bezugsdauer hat sich im Durchschnitt auf 650 Tage erhöht. Vor acht Jahren waren es noch 555 Tage. Das heißt zwar, dass viele Menschen heute tendenziell länger ohne Job sind als noch 2010. Aber es bedeutet ebenso: Nach rund zwei Jahren haben die Hartz-IV-Bezieher dennoch mehrheitlich wieder einen Job gefunden. Nur wenige beziehen für mehr als drei Jahre Hartz-Leistungen. Aktuell sind es 317.000 Bundesbürger, die länger als drei Jahre auf Arbeitslosengeld angewiesen sind. 2011 waren es allerdings weniger, nämlich 298.000. Auf diese Entwicklung machte jüngst die Linkspartei durch eine Anfrage im Bundestag aufmerksam. Die gestiegene Zahl der Dauerbezieher deute auf eine "Verhärtung der Langzeitarbeitslosigkeit" hin, sagte dazu ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit.





841.000 Arbeitslose sind Langzeitarbeitslose

Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat sich in den vergangenen Jahren reduziert. Waren es 2005 noch 1,8 Millionen, so sind es derzeit nur noch 841.000. Als langzeitarbeitslos gilt laut Bundesagentur für Arbeit, wer länger als ein Jahr ohne Beschäftigung ist, obwohl er eine Stelle sucht. So gesehen ist das kein Beleg dafür, dass die Hartz-Reformen den Arbeitsmarkt unsozialer gemacht haben und nur die "fähigen" Arbeitslosen sich in Boomzeiten wieder integrieren konnten. Zudem gibt es derzeit 1,2 Millionen unbesetzte Arbeitsplätze. Darunter seien auch viele für ungelernte und wenig qualifizierte Arbeitskräfte, sagen Arbeitsmarktforscher. Es spricht also vieles dafür, dass es vielerorts ein Mismatch gibt zwischen der Art der offenen Stellen und den jeweiligen Arbeitssuchenden am Ort. Wären sie zum Beispiel mobiler und wanderungswilliger, fänden sie vermutlich schneller einen Job.

1.570.000 Hartz-Empfänger sind arbeitslos

Nicht alle Leistungsempfänger sind auch arbeitslos – im Gegenteil. Insgesamt werden die Leistungen auch für nichtberufstätige Partner gezahlt, die im selben Haushalt leben. Und natürlich für minderjährige Kinder, deshalb ist die Zahl der Hartz-IV-Empfänger viel größer als die Zahl der Arbeitslosen. Zudem werden auch Leistungen gezahlt, wenn die Hilfsbedürftigen nicht arbeiten können, weil sie sehr kleine Kinder versorgen oder Angehörige pflegen, weshalb die Annahme einer Arbeit dann als nicht zumutbar gilt. Als arbeitssuchend gelten sie dann aber nicht. Insgesamt macht die Gruppe der nicht arbeitsfähigen Hartz-IV-Empfänger rund 1,7 Millionen Menschen aus. Darunter fallen alle, die zu alt, zu krank oder zu jung zum Arbeiten sind. Die übrigen 4,2 Millionen Hilfebedürftigen sind jedoch im richtigen Arbeitsalter und gesund genug für Arbeit. Von ihnen sind 1,57 Millionen als arbeitslos gemeldet. Die übrigen 2,6 Millionen sind nicht arbeitslos und gehen entweder ungeförderten Beschäftigungsverhältnissen nach (so heißt es, wenn sie weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten), sind in Ausbildungs- oder Umschulungsmaßnahmen oder arbeiten sogar ganz regelmäßig in Minijobs, regulären Arbeitsverhältnissen oder sind selbstständig. Insgesamt verdienen sich knapp 29 Prozent durch eigene Erwerbstätigkeit auch eigenes Geld hinzu.

 


Quelle: Zeit



news_image

Geschwisterlose Kinder gelten als verzogen und egoistisch. Was ist dran an den Vorurteilen?

Read more

news_image

An dem für Vögel gefährlichen Usutu-Virus sind in diesem Jahr bereits tausende Tiere erkrankt oder gestorben. Laut dem Naturschutzbund NABU sind es in diesem Jahr mehr als je zuvor.

Read more


allnews_image

Chemnitz hat sich beim #wirsindmehr-Konzert gegen Rassismus gestellt. 65.000 Menschen kamen. AfD-Politikerin von Storch nannte sie "abscheulich". Die Landesregierung fordert nun die gesamtdeutsche Aufarbeitung der Nachwendezeit.

Voir plus


allnews_image

Die Linken träumen davon, dass alle an einem Strang ziehen – nur wissen sie nicht, an welchem. Kann die Sammlungsbewegung von Sahra Wagenknecht daran etwas ändern? Eine Analyse von Robert Misik

Voir plus


allnews_image

Das Innenministerium soll bei seiner Aufsicht über das Bamf versagt haben. Zu diesem Schluss kommt der Bundesrechnungshof in einem Bericht, der nun in Teilen öffentlich wurde. Die fehlende Kontrolle hatte Folgen.

Voir plus



allnews_image

Ein junger Afghane sticht am Hauptbahnhof von Amsterdam zwei US-Touristen nieder. Die Behörden gehen von einem terroristischen Anschlag aus. Auch die deutsche Polizei ermittelt in dem Fall.

Voir plus


allnews_image

Mindestens 8500 Menschen haben an Demonstrationen am Samstag in Chemnitz teilgenommen - begleitet von 1800 Polizisten. Zwar gab es neun Verletzte und mehrere Straftaten, die große Eskalation blieb aber aus. Es soll einen Angriff auf ein MDR-Te

Voir plus


allnews_image

Ein 19 Jahre alter Afghane verletzt am Hauptbahnhof in Amsterdam zwei Menschen mit einem Messer.

Voir plus


allnews_image

Chemnitz kommt nicht zur Ruhe. Eine Woche nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen haben Dutzende linke und rechte Gruppen zu Demonstrationen aufgerufen. Der AfD-Bundeskonvent in Dresden endet deshalb frühzeitig.

Voir plus




allnews_image

Die Koalition hat sich bei den Themen Rente und Arbeitslosenversicherung endlich geeinigt. Was heißt das für die Rentnerinnen und Rentner - und für Arbeitnehmer? Wie geht es weiter?

Voir plus


allnews_image

Nach den Gewaltexzessen in Chemnitz sind Empörung und Betroffenheit groß. Die entscheidende Frage lautet nun: Wie können Rechtsextreme gestoppt werden? Aus der Politik kommen erste Antworten.

Voir plus


allnews_image

Lange hielt Google an seiner Social Media Plattform fest. Aber trotz zahlreicher Wiederbelebungsversuche konnte der Suchmaschinen-Gigant nie aufschließen zu Facebook, Twitter und Co. Jetzt scheint wenigstens Google Frankreich erkannt zuhaben, dass sämtlic

Voir plus


allnews_image

Für die einen sind sie absurder Unfug, für manche eine seltsame Faszination und für wieder andere schon fast eine Art Ersatzreligion: Verschwörungstheorien. Seit dem Ausbruch des Internetzeitalters erleben sie eine Revolution und sind essenzieller Bestand

Voir plus


allnews_image

L'entreprise de Google, DeepMind, spécialisée dans l'intelligence artificielle, a mis au point un logiciel capable de dépister plus de 50 maladies oculaires avec la même précision que des ophtalmologues aguerris.

Voir plus