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KriminalstatistikZahl der Straftaten sinkt auf tiefsten Stand seit 1992

May 8, 2018, 1:02 pm

Type: Rechte

       




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Das teilte Innenminister Horst Seehofer mit. Die Zahl der Straftaten im Jahr 2017 ist demnach um fast zehn Prozent zurückgegangen. Etwa jeder zwölfte Tatverdächtige im vergangenen Jahr war demnach ein Flüchtling.

Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl ist die erfasste Kriminalitätsrate sogar niedriger als in den vergangenen 30 Jahren, wie das Bundesinnenministerium am Dienstag in Berlin bekanntgab.

Innenminister Horst Seehofer sagte: "Deutschland ist sicherer geworden. Gleichwohl gibt es zur Entwarnung keinen Anlass." Für die Behörden von Bund und Ländern bleibe viel zu tun, sagte der CSU-Politiker. Die insgesamt positive Entwicklung gehe nicht mit dem subjektiven Empfinden der Bevölkerung einher, beklagte der Minister. So fühlten sich laut einer Umfrage 44 Prozent der Bevölkerung heute weniger sicher als noch vor einigen Jahren.

Politisch motiviert Taten bleiben auf hohem Niveau

Laut Statistik ist auch die Zahl politisch motivierter Straftaten rückläufig; sie machen 0,7 Prozent aller registrierten Straftaten aus. Nach einem Anstiegen in den letzten vier Jahren fiel sie nun um 4,9 Prozent auf 39.505 Straftaten, darunter 3.754 Gewalttaten. Sie bleibt aber nach Seehofers Worten weiter auf dem zweithöchsten Niveau seit der Einführung der Statistik im Jahr 2001. "Trotz des Rückgangs der politischen motivierten Straftaten gibt es keinen Grund zur Entwarnung", so der Bundesminister. Der Rechtsstaat müsse sich weiterhin mit allen Mitteln gegen jede Form von Extremismus und Terrorismus zur Wehr setzen.

Deutlich zurückgegangen sind laut Analyse auch Angriffe auf Asyl- und Flüchtlingsunterkünfte. Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Behörden einen Rückgang um knapp 69 Prozent auf 312 Straftaten. Die Zahlen liege damit wieder auf einem ähnlichen Niveau wie vor der starken Zuwanderung in den Jahren 2015 und 2016 so Seehofer. Dennoch sei jeder Fall ein Fall zuviel.

Im Bereich "religiöse Ideologie" gab es im vergangenen Jahr laut PKS 1.102 Straftaten. Dabei liege bei 95 Prozent dieser Taten ein islamistischer Hintergrund vor. Antisemitische Straftaten stiegen mit 1.504 Fällen um 2,5 Prozent gegenüber 2016. Auch die sogenannten "importierten antisemitischen Straftaten" seien wieder ansteigen. Der weit überwiegende Teil dieser Straftaten sei aber mit 94 Prozent nach wie vor dem rechten Spektrum zuzuordnen, betonte Seehofer.





Widerspruch zwischen Realität und Wirklichkeit

Die gefühlte Sicherheit in Deutschland steht nach Ansicht des Vorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter André Schulz im Widerspruch zur Statistik, wonach die Zahl der Straftaten gesunken ist. Er sagte: „Das ist tatsächlich ein Phänomen, ein Paradoxon“. Seit Jahren schon sei zu beobachten, „dass das in keinem Verhältnis steht“.

Bei der Betrachtung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) muss dem Direktor des Kriminologischen Instituts Niedersachsen, Thomas Bliesener, zufolge auch die schwankende Anzeigebereitschaft von Betroffenen berücksichtigt werden. Im Gesamtbild mit weiteren Quellen sei aber ein Trend zu weniger Kriminalität zu erkennen.

"Wir hatten aufgrund des Zuzugs von Flüchtlingen ein kleines Zwischenhoch", sagte Bliesener der "Berliner Zeitung" (Dienstag) mit Blick auf die erhobenen Zahlen. "Aber wir bewegen uns bei den Straftaten auf einem Niveau, das deutlich unter dem liegt, was wir Anfang der Nullerjahre gehabt haben. Deshalb sind wir relativ sicher, dass die PKS nicht nur ein statistisches Artefakt ist, sondern dass die Kriminalität tatsächlich zurückgeht."

 


Quelle: Focus



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