change language     -        


Mögliches Milliardengeschäft; Rüstungskonzern Rheinmetall kann auf Panzerbau in Türkei hoffen

May 6, 2018, 11:44 am

Type: industry

       




news_image

Dem Rüstungskonzern Rheinmetall winkt ein Milliardengeschäft. Aber in der Unternehmenszentrale in Düsseldorf ducken sie sich weg. So als hätten sie nichts damit zu tun. Als sei ihnen der bevorstehende Auftrag peinlich.

Vergangene Woche bestätigten es dafür die türkischen Behörden: Die Firma BMC des mit Präsident Recep Tayyip Erdogan eng verbundenen Unternehmers Ethem Sancak soll 250 Kampfpanzer des Typs Altay bauen. Türkische Zeitungen spekulierten über einen Auftragswert von an die drei Milliarden Euro. Insgesamt können es am Ende bis zu 1000 Panzer werden und noch ein paar Milliarden mehr. Ein Komitee, dem Erdogan persönlich vorsitzt, beriet bereits Ende März über den Zuschlag für BMC. Zwei andere türkische Bewerber sind damit aus dem Rennen – sogar die Firma Otokar, die den Prototypen des Altay überhaupt erst entwickelt hatte.

 

Aber dafür hat Unternehmer Sancak etwas, was die anderen nicht haben: deutsche Helfer.

 

Rheinmetall schweigt zum mutmaßlichen Deal

Bereits im Herbst 2016 hatte der Rheinmetall-Konzern mit BMC ein Joint Venture gegründet, mit dem ausdrücklichen Segen von Erdogan. Ein Hauptziel des Gemeinschaftsunternehmens war von Anfang an der Bau des Altay. Auf Fragen zu der jüngsten türkischen Entscheidung und der künftigen Rolle des Joint Ventures reagierte die Konzernzentrale von Rheinmetall jetzt dennoch nicht. Aber nach Recherchen von Correctiv, dem ARD-Magazin „Report München“ und des stern war Sancak ausgerechnet am Freitag vergangener Woche zu Besuch in Düsseldorf. Das mutmaßliche Thema: der Bau der Panzer.

 

Von:

sowie Margherita Bettoni

Dem Rüstungskonzern Rheinmetall winkt ein Milliardengeschäft. Aber in der Unternehmenszentrale in Düsseldorf ducken sie sich weg. So als hätten sie nichts damit zu tun. Als sei ihnen der bevorstehende Auftrag peinlich.

Vergangene Woche bestätigten es dafür die türkischen Behörden: Die Firma BMC des mit Präsident Recep Tayyip Erdogan eng verbundenen Unternehmers Ethem Sancak soll 250 Kampfpanzer des Typs Altay bauen. Türkische Zeitungen spekulierten über einen Auftragswert von an die drei Milliarden Euro. Insgesamt können es am Ende bis zu 1000 Panzer werden und noch ein paar Milliarden mehr. Ein Komitee, dem Erdogan persönlich vorsitzt, beriet bereits Ende März über den Zuschlag für BMC. Zwei andere türkische Bewerber sind damit aus dem Rennen – sogar die Firma Otokar, die den Prototypen des Altay überhaupt erst entwickelt hatte.

 

Aber dafür hat Unternehmer Sancak etwas, was die anderen nicht haben: deutsche Helfer.

 




 

Rheinmetall schweigt zum mutmaßlichen Deal

Bereits im Herbst 2016 hatte der Rheinmetall-Konzern mit BMC ein Joint Venture gegründet, mit dem ausdrücklichen Segen von Erdogan. Ein Hauptziel des Gemeinschaftsunternehmens war von Anfang an der Bau des Altay. Auf Fragen zu der jüngsten türkischen Entscheidung und der künftigen Rolle des Joint Ventures reagierte die Konzernzentrale von Rheinmetall jetzt dennoch nicht. Aber nach Recherchen von Correctiv, dem ARD-Magazin „Report München“ und des stern war Sancak ausgerechnet am Freitag vergangener Woche zu Besuch in Düsseldorf. Das mutmaßliche Thema: der Bau der Panzer.

„Da gibt es eine hohe Dichte an Gesprächen hüben wie drüben“, sagt ein Insider über das Türkei-Projekt des Konzerns. Zugleich existieren gute Gründe für die Leute bei Rheinmetall, das Thema lieber nicht öffentlich zu diskutieren. Seit stern und Correctiv vor gut einem Jahr die Details der Rheinmetall-Pläne in der Türkei publik gemacht hatten, ist der Rüstungskonzern immer wieder Zielscheibe von Protesten. Auch für die Rheinmetall-Hauptversammlung am kommenden Dienstag in Berlin haben sich bereits Demonstranten angekündigt. Friedensbewegte wie Autonome sind darunter, aber auch Kurden, die über Erdogans Einmarsch in ihre Siedlungsgebiete in Nordsyrien empört sind.

Solche mutmaßlich völkerrechtswidrigen Militäroperationen stören die deutschen Rüstungsmanager offenkundig ebensowenig wie die unverändert desolate Menschenrechtslage in der Türkei. Im Gegenteil: Für die Rheinmetall-Leute ist ein Kalkül aufgegangen. Sie hatten sich offenbar ganz bewusst BMC und Sancak als Partner ausgesucht. Der Unternehmer ist seit langem als offener Bewunderer von Erdogan bekannt und sitzt seit einem Jahr sogar im Vorstand von dessen Partei AKP. Sancak und Erdogan seien „eng verbunden“, notierte ein Rheinmetall-Manager bereits im Dezember 2015 in einer vertraulichen Präsentation. Er sowie ein weiterer Partner aus Malaysia seien dafür da, die „Verbindung“ zu Erdogan zu sichern.

Türkei hat ambitionierte Plänen - mit Rheinmetall

Und während Rheinmetall in Deutschland die Pläne herunterspielt oder gar bestreitet, macht das Beschaffungsamt des türkischen Militärs bereits ehrgeizige Ankündigungen: Bereits in 18 Monaten sollen die ersten Altay-Panzer vom Band rollen, kündigte ein hoher Beamter an. Das klingt überaus ambitioniert, aber sicher ist, dass die Vorbereitungen für den Bau einer neuen Werksanlage begonnen haben, in der BMC künftig Lastwagen, Motoren und Militärfahrzeuge fertigen will. In Karasu, östlich von Istanbul, rollen bereits seit Monaten die Bagger. Auf einem 222-Hektar-Gelände an der Schwarzmeerküste soll dort demnächst feierlich der Grundstein für die Fabrik gelegt werden. Laut türkischen Zeitungen wird Erdogan persönlich an der Zeremonie teilnehmen, ebenso der Emir von Katar, dessen Militär 49 Prozent der Anteile an BMC gehören - übrigens vermittelt von Erdogan.

Bei Rheinmetall tun sie immer wieder so, als hätten sie auch mit dieser geplanten Panzerfabrik nichts zu tun. Aber intern hatten Konzernmitarbeiter noch im vergangenen Jahre Papiere angefertigt, laut denen das Werk in Karasu in einer „Partnerschaft“ mit Rheinmetall entstehen solle. Dass man dort nun gemeinsam mit Rheinmetall investieren werde, bekräftigte ein BMC-Vertreter jetzt sogar in einem Interview mit einer türkischen Zeitung.

Rheinmetall hilft eine Lücke im Gesetz

Auch andere Dementis aus der Düsseldorfer Rheinmetall-Zentrale scheinen von begrenztem Wert - zum Beispiel die Behauptung, ohne Genehmigung der Bundesregierung könne Rheinmetall beim Bau des Altay gar nicht wirklich mitwirken. Intern hatten Unternehmensvertreter auch schon das Gegenteil angekündigt: Es sei für das Joint Venture „unumgänglich“ Technologie zu entwickeln, die ohne deutsche Genehmigung genutzt werden könne, hieß es bereits in einer Präsentation im Mai 2015. „Wenn wir mit Partnern in der Türkei einen türkischen Panzer entwickeln und bauen, dann ist die Bundesregierung daran nicht beteiligt“, bekräftigte Rheinmetall-Chef Armin Papperger im März 2017 sogar öffentlich. Genau unter dieser Prämisse treibe das Unternehmen jetzt das Altay-Projekt voran, sagt ein Branchenkenner.

Dabei hilft eine Lücke im deutschen Recht. Zwar kann das Unternehmen in der Tat keine Rüstungsgüter oder Blaupausen in die Türkei liefern, ohne deutsche Stellen um Erlaubnis zu fragen. Die Entsendung von Experten für die technische Hilfe ist aber auch ohne Genehmigung möglich. Einige SPD-Politiker hatten während der Koalitionsverhandlungen mit CDU und CSU versucht, dieses Schlupfloch zu schließen. Ein entsprechender Passus war in der letzten Fassung des Koalitionsvertrags aber nicht mehr enthalten.

Das ist ganz im Sinn von Unternehmen wie Rheinmetall, die ihre Produktion und Entwicklung im Rahmen einer Strategie der „Internationalisierung“ in Drittländer auslagern, um von dort aus ungehinderter zu exportieren. Der Altay solle „ein einheimisches türkisches Produkt“ werden, hielt ein Rheinmetall-Manager nach einem Gespräch mit Präsident Erdogan im Dezember 2015 fest. Schließlich wolle man die Kampfmaschinen auch in andere Länder liefern - zum Beispiel nach Katar. Was man in der Türkei schaffen wolle sei nicht weniger als einen „Global Player in den Exportmärkten“.


Quelle: Stern



news_image

Die Fraktionschefs im EU-Parlament haben Facebook-Chef Mark Zuckerberg zum Datenskandal gehört. Das Ganze war eine Farce, aber das lag nicht an den Fragen der Politiker.

Read more

news_image

Ein aktueller EU-Bericht belegt erneut: Deutschlands Grundwasser hat ein Nitratproblem. Schuld ist vor allem die Landwirtschaft. Es wird teils Jahrzehnte dauern, bis sich die Lage bessert.

Read more

allnews_image

Immer wieder verursachen ältere Autofahrer schwere Unfälle. Aber wie teilt man den eigenen Eltern oder Großeltern mit, dass sie den Führerschein besser abgeben?

Voir plus


allnews_image

Die frühere CDU-Politikerin Erika Steinbach lässt kaum einen Anlass aus, ihre Unterstützung für die AfD deutlich zu machen. Nun gibt sie den Bayerischen Verdienstorden zurück - mit entsprechendem Statement.

Voir plus


allnews_image

Der Sonderbeauftragte in der Russlandaffäre kann den US-Präsidenten nicht anklagen – sagt Trumps Anwalt. Und fordert nach einem Jahr das Ende der Ermittlungen.

Voir plus


allnews_image

Brüssel nimmt Deutschland beim Diesel in die Mangel: Damit Grenzwerte endlich eingehalten werden, zieht die EU-Kommission vor Gericht. Legt die Bundesregierung doch noch nach, um Autos sauberer zu bekommen?

Voir plus



allnews_image

Auf der Ausgrabungsstätte Göbekli Tepe nahe der türkischen Stadt Sanliurfa ist der älteste bekannte Tempel der Menschheitsgeschichte zu finden, mit einem Alter von etwa 11.000 Jahren.

Voir plus


allnews_image

Berlin - Auch bei denen, die von dem Gesetz profitieren sollen, ist die Skepsis groß. „Das Polizeiaufgabengesetz enthält Regelungen, die nicht dazu dienen, das Vertrauen zwischen der Bevölkerung und der Polizei zu stabilisieren“, sagte der stellvertret

Voir plus


allnews_image

Da heißt es seit Monaten, ach Jahren, wie unsicher es in Deutschland geworden ist. Vergeht keine Woche ohne Talkshow zum Ende von Recht und Ordnung. Steigen Jungpolitiker zu Heilsbringern auf, weil sie "endlich sagen", wie schlimm es um uns steht. Und jed

Voir plus


allnews_image

Den USA wirft Frankreichs Präsident vor, sich mit der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem in einen Streit eingemischt zu haben, den allein Israelis und Palästinenser zu entscheiden hätten.

Voir plus


allnews_image

sagt Dennis Snower, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel. Ein Gespräch über die Angst vor der Globalisierung und die blinden Flecke der Wirtschaftswissenschaften.

Voir plus


allnews_image

• Die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem hat im Gazastreifen Proteste ausgelöst. • Schon Stunden vor der offiziellen Eröffnung strömen Tausende Palästinenser an die israelische Grenze. • Die israelische Armee hatte sich auf Zusammenstöße vorbereite

Voir plus




allnews_image

Jeder kennt es: Kinder, die nicht aufhören möchten zu schreien und trotz gutem Zureden von Seiten der Eltern weiter lauthals durch die Gegend brüllen. Doch woran liegt ist, dass du scheinbar immer öfter quengelnde und lautstark protestierende Kinder in de

Voir plus


allnews_image

Ce 12 mai, la "pêche" sera acceptée dans des commerces de Paris en plus d'une centaine de la ville limitrophe de Montreuil (93) où cette monnaie locale est née. Elle favorise le commerce et l'artisanat local qui l'acceptent en paiement. D'autres monnaies

Voir plus


allnews_image

INDE La grêle et des orages qui ont abattu des murs, des arbres et des pylônes électriques...

Voir plus


allnews_image

Discussion autour des jeux et de la réincarnation avec des moines à Wat Chedi Luang Mai, Thaïlande.

Voir plus


allnews_image

Chiasamen verfügen über einen hohen Anteil an Calcium, Eisen und löslichen Ballaststoffen. Sie versorgen den Organismus mit ungesättigten Fettsäuren, insbesondere den wichtigen Omega 3-Fettsäuren. Das ist insbesondere toll für Veganer, die kaum vegane Ome

Voir plus