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Mammographie – Experten raten ab

January 15, 2019, 10:54 pm

Type: Gesundheit

       




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Quelle image:  Image Point Fr - Shutterstock.com

 

"Einladung" zum Mammographie-Screening

Vor einigen Jahren führte man in etlichen europäischen Ländern das sog. Mammographie-Screening-Programm ein. Mammographien umfassen im Rahmen der Krebsvorsorge das Röntgen der weiblichen Brust, um dort mögliche Gewebeveränderungen feststellen zu können.

"Anspruchsberechtigt" zur Teilnahme an Screening-Programmen sind Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die – sobald sie das passende Alter erreichen – alle zwei Jahre ein Mammographie-Screening durchführen lassen können.

Zum 50. Geburtstag erhält frau also ein Schreiben von der sog. Zentralen Stelle, in dem sie zunächst freundlich zum anstehenden Mammographie-Screening eingeladen wird.

Ignoriert sie dieses Schreiben, trifft alsbald ein weiterer Brief ein, der schon deutlich an Freundlichkeit zu wünschen übrig lässt. Nachdrücklich wird darin auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die dann lauern, wenn frau nicht zur Mammographie erscheint.

Es sei hingegen ein Zeichen von höchstem Verantwortungs- und Gesundheitsbewusstsein, die Screening-Einladung pünktlich und regelmässig anzunehmen.

 

Mammographie: Ein "Geschenk" der Krankenkassen

Darüber hinaus – so wird man immer wieder informiert – hätten wissenschaftliche Studien ergeben, dass mit einem qualitätskontrollierten Mammografie-Programm Brustkrebstodesfälle verhindert werden können.

Verständlich, dass kaum eine Frau es wagt, den anberaumten Mammographie-Termin ungenutzt verstreichen zu lassen

Dazu kommt, dass eine Mammographie – sofern frau dazu eingeladen wird – von der Krankenkasse bezahlt wird. Und wer lässt sich dieses "Geschenk" schon entgehen?

Doch empfehlen viele Ärzte auch jüngeren Frauen eine regelmässige Mammographie. Frauen ab 40 Jahren sollten beispielsweise gar jedes Jahr einen Mammographie-Check durchführen lassen, hört man häufig.

Wie sieht es nun wirklich aus? Welchen Nutzen haben Mammographien? Retten sie tatsächlich Leben? Verlängern sie es etwa? Schützen sie vor Brustkrebs? Oder können sie ihn vielleicht erst auslösen?

 

Schweizer Fachgremium SMB rät von Mammographien ab

Umstritten sind die Screening-Programme schon lange. In der Schweiz zeigt sich dies ganz deutlich darin, dass es Programme dieser Art nur in einigen Kantonen gibt, in anderen wiederum nicht, da man sich dort gegen die regelmässigen Mammographien entschieden hat.

Das unabhängige Swiss Medical Board (SMB) – ein Schweizer Fachgremium zur Beurteilung medizinischer Leistungen – hat erst kürzlich (15.12.2013) einen neuen 83-seitigen Bericht zum Nutzen systematischer Mammographien veröffentlicht und stellt darin die Sinnhaftigkeit der Screening-Programme eindeutig in Frage. Ja, das Gremium rät sogar definitiv von Mammographien in Form von Screening-Programmen ab.

Das SMB hatte die vorliegenden Studien zur Mammographie überprüft und war daraufhin zu dem Ergebnis gekommen, dass den Mammographie-Programmen ein ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis inne wohne.

Natürlich könne man mit Mammographien Krebs frühzeitig entdecken, so das SMB. Doch handle es sich lediglich um 1 bis 2 verhinderte Todesfälle pro 1000 Frauen, die eine Mammographie über sich ergehen lassen müssen.

 

100 falsche Diagnosen pro 1000 Frauen

Nun gut, könnte man sagen. 1 bis 2 verhinderte Todesfälle sind immerhin 1 bis 2 gerettete Leben. Ungünstig ist jedoch, dass diesem schon sehr bescheidenen Nutzen 100 Fehlbefunde gegenüber stehen.

100 Fehlbefunde bedeuten, dass 100 von 1000 Frauen nach der Mammographie gesagt wird, sie hätten vermutlich Krebs, obwohl diese Frauen eben keinen Krebs haben.

100 Frauen wird gesagt, sie hätten Krebs. 100 Frauen erleiden dadurch einen Riesenschreck, einen Schock, machen sich fürchterliche Sorgen – um sich selbst, aber auch um ihre Familie und ihre Kinder. Sie können nicht mehr schlafen, verlieren ihren Appetit und nicht selten auch ihre Lebensfreude.

Sie begeben sich ab sofort in engmaschige ärztliche Überwachung, erhalten womöglich eine Krebstherapie mit all ihren schädlichen Nebenwirkungen. Der Krebs – der gar nicht da ist – bestimmt ihr Leben. Und dann, Jahre später bekommen die Frauen u. U. tatsächlich Krebs – als mögliche Folge der einstigen eigentlich unnötigen Krebstherapie.

 

Mammographien zur Patientenrekrutierung?

Diese 10 Prozent aller gescreenter Frauen sind also derzeit die Opfer der Mammographie- und Krebsindustrie. Sie sind es, die zur weit verbreiteten Kritik an Mammographie-Programmen führten.

Ja, viele Skeptiker gehen sogar so weit und vermuten, dass Mammographien im Grunde nichts anderes sind als eine clevere Art und Weise, Patienten zu gewinnen, die dann in den Kreislauf hochprofitabler Behandlungsmethoden wie ChemotherapieBestrahlungund Operationen geraten, die in den meisten Fällen keineswegs medizinisch gerechtfertigt sind.

Die Technologie hinter den Mammographien ist mittlerweile so ausgefeilt, dass selbst winzig kleine Tumore, die bei so ziemlich jedem Menschen vorkommen, entdeckt werden – ob sie nun gefährlich sind oder nicht. Diese Mikrotumore sind es auch, die zur hohen Zahl der falschen Positivbefunde führen und damit zu übertriebenen, unnötigen und natürlich auch nebenwirkungsreichen Behandlungen eines Krebses, der in diesen Fällen besser unbehandelt geblieben wäre.

Ohne Mammographien würde der Krebsindustrie aber der Profit aus der Behandlung falsch positiver Frauen fehlen. Daher scheint es aus volkswirtschaftlicher Sicht besser zu sein, mit den Mammographien fortzufahren…

 

Verursachung zusätzlicher Krebserkrankungen?

Der zweite Grund für Mammographien könnte darin liegen – was zugegebenermassen etwas verschwörungstheoretisch klingt - Krebs durch die Bestrahlung des Brustgewebes überhaupt erst auszulösen.

Wird Gewebe nämlich sehr oft einer entsprechenden Bestrahlung ausgesetzt, kann es zu Mutationen und damit auch zu Krebs kommen. Bereits vorhandene, aber noch schlummernde Krebszellen könnten durch die Bestrahlung ferner aktiviert werden.

Spinnen wir den Faden weiter, so könnte dies auch der Grund dafür sein, dass so manche Statistiker mit grosser Überzeugung Vorhersagen treffen können wie: "Einer von drei Frauen wird in ihrem Leben Brustkrebs diagnostiziert werden." Sie wissen um die Wirkung der regelmässigen Mammographie und können daher ihre Hochrechnungen anstellen.

Mit Ihrem Auto wäre das so ähnlich. Wenn Sie es zum Mechaniker bringen, um einen Ölwechsel vorzunehmen und dann feststellen, dass der Mechaniker die Gelegenheit nutzte, um verrostete Teile einzubauen, die schwere langwierige Motorschäden auslösen, was würden Sie tun? Würden Sie Ihr Auto weiterhin Jahr für Jahr zu diesem Mechaniker bringen? Würden Sie ihm voll und ganz vertrauen und ihn auch dafür bezahlen, dass er den von ihm selbst verursachten Schaden wieder repariert? Genau das machen Frauen, wenn sie sich in den vorgeschriebenen Abständen einer Mammographie unterziehen, dann – nach vielen Jahren – eine Krebsdiagnose erhalten und sich von jenem System, das die unzähligen Mammographien angeordnet hatte, behandeln lassen.

Der Onkologe wird dann eines Tages sagen: "Sehen Sie? Gott sei Dank führen wir regelmässig diese Mammographie durch, sonst hätten wir Ihren Tumor nicht mehr rechtzeitig entdeckt!"

Ob die Krebsverursachung durch Vorsorge-Screenings nun tatsächlich beabsichtigt ist oder nicht, mag dahin gestellt bleiben. Doch kann ein solcher Verdacht kaum verübelt werden, wenn man sich die Sach- und Datenlage zur Sinnhaftigkeit von Mammographien vor Augen hält.

 

Nur der Profit zählt

Bei der Krebsindustrie handelt es sich also um eine profitgetriebene Industrie, die wie jeder andere Geschäftszweig ihre Gewinne maximieren will. Besonders viel Ethik wird nicht im Spiel sein.

Im Gegenteil, immer wieder hört und liest man von fragwürdigen Aktivitäten wie der Bezahlung von Mietmäulern, gefälschten Studien etc. Gleichzeitig versucht man alternative Heilweisen lächerlich zu machen, indem Internetseiten finanziert werden, die sich der Diffamierung naturheilkundlicher Methoden widmen sollen.

Mammographien mögen in manchen Verdachtsfällen sinnvoll sein. In den meisten Fällen jedoch – die zur reinen Vorsorge durchgeführt werden – scheint ihr Sinn und Zweck eher zu sein, Krebs zu behandeln und Geld damit zu machen – ob der Patient eine Behandlung nun wirklich nötig hat oder nicht.

 

Früherkennung von Lungenkrebs ist ähnlich kritisch zu beurteilen

Mammographien sind übrigens nicht die einzige Vorsorgeuntersuchung, die man getrost in Frage stellen darf.

So berichtete das Ärzteblatt im Dezember 2013, dass auch die Früherkennung von Lungenkrebs mittels Computertomographie extrem hohe Zahlen an Falschpositivbefunden mit sich brächte.

Bis zu 18 Prozent aller Lungenkarzinome, die in einer US-Screeningstudie mittels Computertomographie entdeckt wurden, hätten Gesundheit und Leben nicht gefährdet – so das Ärzteblatt – wenn auf die Früherkennung verzichtet worden wäre.

Stellen Sie sich die Angst dieser falsch bzw. überdiagnostizierten Menschen einmal vor! Die Heilchancen sind bei Lungenkrebs äusserst gering. Wer die Diagnose Lungenkrebs erhält, muss sich folglich umgehend mit extremer Todesangst auseinandersetzen.

 

"Welche Vorsorgeuntersuchung empfehlen Sie?" – "Gar keine!"

Auch Jürgen Windeler, seit 2010 Leiter vom deutschen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), ist nicht gerade Befürworter von Vorsorgeuntersuchungen.

Das IQWiG untersucht die Nutzen-Risiko-Verhältnisse von Arzneimitteln und Behandlungsmethoden in Deutschland – ähnlich wie das Swiss Medical Board in der Schweiz.

In einem Interview mit der Berliner Zeitung vom 27.12.2013 sagte Windeler, dass man sich bei Früherkennungsuntersuchungen "im Klaren sein muss, dass es auch Nachteile und handfeste ökonomische Interessen gibt."

In Bezug auf Vorsorgeuntersuchungen für Kinder meinte Windeler, dass Kinderärzte mit der Forderung nach weiteren Kindervorsorgemassnahmen auch erreichen wollten, dass mehr Kinder in die Praxis kommen.

Zudem kritisiert der IQWiG-Leiter die Kampagnen, mit denen man Menschen geradezu ein schlechtes Gewissen einrede, wenn sie nicht zur Früherkennung erscheinen. Stattdessen plädiert er dafür, dass Vorsorge die souveräne Entscheidung des Einzelnen bleiben sollte.

Windeler erklärt zum Schluss des Interviews, dass die Tastuntersuchung nach Prostatakrebs und das regelmässige Hautkrebsscreening nach wissenschaftlichen Kriterien fragwürdig seien. Und auf die Frage, welche Vorsorgeuntersuchung er denn empfehle, antwortet Windeler: "Gar keine." Da Nutzen und Schaden einfach zu dicht beieinander lägen.

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Quelle: Zentrum der Gesundheit



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