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Jetzt oder nie!

February 9, 2019, 10:39 am

Type: Erde

       




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Quelle Image:  Sergej Khackimullin - Fotolia

 

Wie konntet ihr es soweit kommen lassen? Warum habt ihr nichts dagegen unternommen? Diese Fragen haben wir unseren Eltern und Großeltern gestellt, vorwurfsvoll, anklagend, verständnislos.
 

 


Genau diese Fragen werden unsere Kinder und Enkel an uns richten - und sie haben allen Grund dazu. Wir leben, als gäbe es kein Morgen, wir plündern den Planeten und vernichten die Grundlagen unserer Existenz. Das Erbe, das wir unseren Nachkommen hinterlassen, ist eine gewaltige Bürde - und sie haben keine Chance, es auszuschlagen.





Weder Not noch Gewalt zwingt uns - auch mit Unwissen kann sich keiner entschuldigen: Seit 50 Jahren sind die Grenzen und Gefahren des Wachstums bekannt und die ruinösen Folgen einer Wirtschaftsweise, die Profit über Nachhaltigkeit stellt. Viele der Prognosen von damals sind heute Fakten: Luft und Ozeane werden wärmer, Gletscher und Polkappen schmelzen, der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre nimmt zu, der Meeresspiegel steigt, Wetterextreme häufen sich. Die Folgen sind unabsehbar - für Ökologie, Ökonomie und Weltfrieden. Längst geht es nur noch um Schadensbegrenzung, wenn Klimafunktionäre von Gipfel zu Gipfel jetten, um Kompromisse und Fristen auszuhandeln, die dem Ernst der Lage spotten. Der jüngste Risikobericht des Weltwirtschaftsforums geriet denn auch zum Offenbarungseid: "Von allen Risiken ist es bei der Umwelt am offensichtlichsten, dass die Welt in eine Katastrophe schlafwandelt".

Die Jungen reißen die Alten nun endlich aus dem Dämmerschlaf der Selbstgerechten. Sie klagen Verantwortungslosigkeit an, fordern konsequenten Klimaschutz und drücken aufs Tempo - fünf vor Zwölf ist längst vorbei. Mag mancher Schüler die "Fridays For Future" als willkommene Auszeit betrachten - der Ernsthaftigkeit der Bewegung tut das keinen Abbruch. Die jungen Menschen erkennen, was viele noch immer nicht wahrhaben wollen, und sie fordern ein, was ihnen zusteht: eine lebenswerte Zukunft.

Wer das als "Spaßprotest" abtut, die 16-jährige Initiatorin Greta Thunberg für eine PR-Marionette hält oder gönnerhaft "ein Auge zudrückt", in der Hoffnung, dass der Spuk bald ende, schürt mit seiner Ignoranz die legitime Wut der Jugend. Dankbar sollten wir sein und den Aufruf als letztes Angebot annehmen. Unsere Eltern und Großeltern konnten ihre Fehler nicht ungeschehen machen. Wir können noch retten, was zu retten ist.


Quelle: NP Coburg



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