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Geplanter US-Truppenabzug: Wenn die Soldaten abziehen, wäre das für deutsche Städte eine Katastrophe

28 June 2020, 13:36

Politik





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Quelle Iage: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/afghanistan-soldaten-usa-abzug-100.html

 

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, 9500 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen.

Für die deutschen Städte wäre das eine wirtschaftliche Katastrophe, zeigen einige Beispiele.

Manche Regionen fordern mehr Engagement der Bundesregierung, um die möglichen Folgen des Truppenabzugs für die jeweilige Region abzuschwächen.


 

So viel Aufmerksamkeit hat Bernd Alsfasser (FWG) noch nicht bekommen. Normalerweise hat der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Baumholder mit seinen knapp 10.000 Einwohnern in Rheinland-Pfalz wenig mit internationaler Diplomatie und Sicherheitspolitik am Hut. Doch seit bekannt wurde, dass US-Präsident Donald Trump, 9500 Soldaten aus Deutschland abzuziehen droht, muss er sich damit auseinandersetzen. Nun erhält er eine Presseanfrage nach der nächsten. Und macht seinem Groll Luft. Die Debatte um einen möglichen Truppenabzug empfindet er als „Kaffeesatzleserei“.

Die United States Army Garrison ist eine der größten Standorte der amerikanischen Streitkräfte in Europa. Zurzeit leben dort circa 5000 Soldaten mit ungefähr 4000 amerikanischen Zivilangehörigen. Auch wenn die wirtschaftliche Bedeutung des Truppenübungsplatzes abgenommen hat, so wäre ein Abzug der US-Truppen doch ein massiver Einschnitt. Kurz bevorstehende Verträge wie die Wasserlieferung über eine Million Kubikmeter Wasser würden dann wegfallen. Wie die Lokalredaktion der Nahe Zeitung berichtet, handele es sich dabei um ein 3,25 Millionen Euro teures Projekt.





Dennoch wäre ein Abzug für seine Verbandsgemeinde nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich ein Debakel. Das Leben der Einheimischen in Baumholder ist mit dem der US-Amerikaner eng verknüpft. Sollte Trump seinen Worten Taten folgen lassen, würden nicht nur Geschäfte kaputtgehen und Busfahrer ohne Strecken dastehen, sondern auch Familien und Freundschaften würden auseinandergerissen werden.

„Wir sind zu wenig Wähler“

 

 Vorzimmer Bürgermeister Bernd Alsfasser Verbandsgemeinde Baumholder

Am meisten ärgert den Bürgermeister aber die Tatenlosigkeit der Landes- und Bundesregierung. Mehrfach schon habe er darauf aufmerksam gemacht, dass ohne einem zweiten Standbein Baumholder vor existentiellen Schwierigkeiten stehe. Seit 2017 kämpfe er für das Industriegebiet Heide-Westrich. Er benötigt einen Zuschuss vom Bund. Die Kosten betragen 10 Millionen Euro. Zudem müsse noch eine Anbindung an die Autobahn gebaut und finanziert werden. Er geht davon aus, dass sein Wahlkreis zu klein sei, als dass sich die Bundesregierung um die Sorgen seiner Gemeinde kümmere.

Alsfasser kann nachvollziehen, warum Trump seine Androhungen wahrmachen wolle. Deutschland bleibt bei den Militärausgaben für die NATO weiterhin unter der zwei Prozentmarke.





Sowohl von der Bundesregierung als auch von der amerikanischen Seite wisse er nicht, wie es nun weitergehen solle. Er tappe im Dunkeln. Wer mehr Informationen haben will, solle beim Pentagon anfragen. Auch Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte, dass die Bundesregierung keine genaueren oder detaillierten Informationen zum US-Truppenabzug habe und dass „weder im State Department (Außenministerium) noch im Pentagon (Verteidigungsministerium) die Informationen darüber zu erhalten“ waren.

 

„Wir leisten unsere Abgaben für die Nato seit Jahren“

Manche Regionen, die vom US-Truppenabzug betroffen sein könnten, wie die Kreisstadt Böblingen bei Stuttgart mit etwa 50.000 Einwohner, halten sich mit Zahlen zum wirtschaftlichen Faktor bedeckt. Dabei befindet sich dort das Hauptquartier der United States Marine Corps Forces Europe. Das Oberbürgermeisteramt von Böblingen kann auf Anfrage nicht sagen, wie groß der Wirtschaftsfaktor des US-Stützpunktes für die Stadt sei. Auch die IHK Stuttgart sei da überfragt. Dennoch sind sich alle einig, dass die Einbrüche „groß“ wären.

In Grafenwöhr kennt man jedoch die Zahlen. Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) spricht offen aus, dass 3000 deutsche Arbeitsplätze direkt betroffen sein könnten. Sie arbeiten alle für die US-Army. Mehrere Tausend Arbeitsplätze wären indirekt betroffen. Gerade die Gastronomie würde darunter leiden. Mit etwa 6700 Einwohner verfügt Grafenwöhr über 30 Gaststätten. Eine große Anzahl für eine kleine Stadt. Auch das Kulturangebot ist breit gefächert. Die US-Soldaten kommen nicht allein. Sie bringen ihre Familien mit. Und die wollen sich in ihrer Freizeit nicht langweilen. Laut Knobloch fließen rund 660 Millionen jährlich in die regionale Wirtschaft.





Derzeit wird eine Grundschule gebaut

Sorgen macht sich der Bürgermeister nicht. Er stützt sich auf Fakten und beurteilt, was er vor der eigenen Haustür erfährt. Grafenwöhr verfüge über den modernsten Übungsplatz. In Europa sei er sogar der Größte. Ebenso für die Nato sei er immer wichtiger, sagt Knobloch. Gerade wird zudem eine Grundschule für 30 bis 40 Millionen Euro gebaut. Auch wenn er andeutet, dass Trump mit seinen Androhungen nicht falsch liegt, beharrt Knobloch darauf, dass die Grafenwöhrer seine „Abgaben für die Nato seit Jahren“ leisten — vor Ort, direkt für die amerikanischen Soldaten. Und das immerhin schon seit 75 Jahren.


Quelle: businessinsider


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