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Ganz ehrlich? Eine 40-Stunden-Woche ist nichts weiter als Menschenquälerei

27 March 2019, 10:22

Arbeit





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Quelle Image:  Foto: Kat Jayne / Pexels | CC0

 

Das Schlimmste, was einem nach dem Studium widerfährt, ist nicht der Kredit, den man abbezahlt, oder die Trennung vom Langzeitfreund. Es ist die Diagnose 40 Jahre Erwerbsarbeit.

 

 

Es ist relativ egal, was man macht. Sobald für die Tätigkeit 40 Stunden vorgesehen sind, macht es keinen Spaß mehr. Jede*r, der*die sich trotz Aussicht auf eine ereignisarme 40-Stunden-Woche sonntagabends nicht erschießt, ist ein*e Held*in. Meine Meinung.

Aber keine Sorge: Auch jene, die das Geschäftsessen vor lauter Google-Invites nicht sehen, sind nicht unbedingt besser dran. Sie sind lediglich trainierter darin als andere, sich den Sinn ihrer Existenz aus dem online verfügbaren Unternehmens-Booklet zusammenzuklauben.

 

Wer Corporate Identity buchstabieren kann, braucht keine Persönlichkeit

Nichts für ungut, aber kein geistig gesunder Mensch kann mir erzählen, dass er morgens gerne um 8 Uhr aufsteht, um seinen Tag mit fremden Menschen in lieblos eingerichteten Büroräumen zu verbringen und Excel-Tabellen zu analysieren. E-Mails, Newsletter, Auftragsbearbeitung –Tätigkeiten, die in vielen Betrieben vor allem aus einem Grund ausgeführt werden: um sie auf einer To-do-Liste abzuhacken.

Schon bei meinen ersten Praktika ahnte ich: Das mit mir und der Vierzig-Stunden-Woche, das wird so schnell nichts mehr. Die fortschrittliche Spezies Mensch lässt inzwischen Zähne in 3D-Druckern anfertigen, aber flexible Arbeitszeiten? Denkste. Die Angestellten, die mir auf dem Weg zur Kantine am Gang begegneten, strahlten eine starke Todessehnsucht aus. Ungeduldig zählte ich die Tage, bis mein Wischi-Waschi-Routinejob und die strikt geregelte Zeit vor dem Computer vorbei war und ich wieder in aller Ruhe morgens über The Wendy Show twittern konnte. Vom Klo aus.

Gelernt habe ich, dass die 40-Stunden-Woche selbst die besten Kreativen killt. Und wer eine 40-Stunden-Woche verlebt, kann sich vermutlich nicht mehr an seine Wochenenden erinnern, weil sie im Grunde aus zwei Dingen bestehen: putzen und Lebensmitteleinkauf.





Das alles hat nichts damit zu tun, nicht arbeiten zu wollen

Wer scheinheilig von der Vereinbarkeit von Karriere und Familie spricht, sollte zuerst über die Vereinbarkeit von Karriere und Kontaktlinsenabholung sprechen, wenn alle Optiker-Geschäfte im Umkreis von sieben Kilometern um 18:30 Uhr zumachen. Die Vereinbarkeit von Karriere und Küche, wenn es keinen Geschirrspüler gibt. Die Vereinbarkeit von Karriere und dem Witz eines Liebeslebens, das nach dem ersten halben Jahr übrig geblieben ist.

Den Versuch zu kündigen hältst du für mutig. Wenn es abends keine Karten für Konzerte gibt, atmest du beruhigt auf. 40 Stunden arbeiten ist wie unter einer Klarsichtfolie leben und zwischendurch ein kleines Loch hineinschneiden, um Sonne zu riechen. Drei Stunden pro Tag, an denen einem niemand mit „Hey, kannst du noch mal“ in Slack anschreibt.

 

Sollte das nicht die beste Zeit eines Lebens sein?

Von fünf Abenden, die unter der Woche theoretisch frei bleiben, fallen drei alleine schon deshalb weg, weil man sich von den psychischen Folgen der Arbeitsbedingungen erholen muss, um am Freitagabend nicht weinend zusammenzubrechen. Die anderen beiden sind gefüllt mit Pflichtveranstaltungen, um die Idee eines Privatlebens aufrecht zu erhalten. Obwohl man beim Dinner mit Lisa ab dem zweiten Satz nicht mehr wirklich zuhört („Mhm, ja, genau“), bestellt man einen Old Fashioned und lacht an den richtigen Stellen, weil man hat das schon trainiert beim Mittagessen mit den Kollegen. Jahrelang.

Das Positive: Selbst wenn man mit den Leuten auf Arbeit nichts anfangen kann, bilden sich nach drei bis sechs Monaten verwandtschaftsähnliche Zustände, deren Grundgerüst darauf beruht dieselben Dinge zu hassen: vorzugsweise den Kapitalismus und das Mittagessen.


Quelle: ZE


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