change language     -        


Finanzchef des Vatikans wegen Kindesmissbrauchs verurteilt

February 26, 2019, 6:32 pm

Type: Rechte





news_image

Quelle Image:  Foto: AP

 

Gerade erst hat die Anti-Missbrauchskonferenz im Vatikan ihre Pforten geschlossen, da verkündet die australische Justiz, dass einer der ranghöchsten vatikanischen Kardinäle wegen Missbrauchs verurteilt wurde. Der Schuldspruch gegen Kardinal Pell erging bereits im Dezember. Doch wegen einer Nachrichtensperre durften die Medien bislang nicht darüber berichten.

 

 

 

Kardinal George Pell hat eine beachtliche Karriere in der katholischen Kirche vorzuweisen. Lange war der heute 77-Jährige der ranghöchste katholische Würdenträger Australiens. Von 1996 bis 2001 war er Erzbischof von Melbourne, von 2001 bis 2014 Erzbischof von Sydney. 2014 wurde er Präfekt des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, also Finanzchef des Vatikans, und damit Nummer drei in der inoffiziellen vatikanischen Kirchenhierarchie. Außerdem machte Papst Franziskus Pell zum Mitglied des neunköpfigen Kardinalsrates, eines 2013 neu geschaffenen päpstlichen Beratergremiums.

Schon vor Jahren wurden gegen Pell Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche von Australien laut. Zunächst ging es hierbei um den Vorwurf, Pell habe von Missbrauchsfällen erfahren, diese jedoch vertuscht. Als er hierzu 2016 von der staatlichen australischen Royal Commission into Institutional Responses to Child Sexual Abuse befragt wurde, sagte er, er habe, als er damals erstmals von dem Vorwurf hörte, dass Priester Kinder sexuell missbrauchten, "stark dazu tendiert", die Version der Priester zu glauben. Laut der britischen Zeitung The Guardian sagte Pell wörtlich: "Zu dieser Zeit gab es eher den Instinkt, die Institution, die Gemeinschaft der Kirche, vor Schande zu bewahren."

 

Doch zu den Vorwürfen der Vertuschung gesellten sich bald Anschuldigungen, dass Pell selbst Minderjährige sexuell missbraucht habe. Am 11. Dezember 2018 wurde er in einem Missbrauchsverfahren schuldig gesprochen. Laut der Catholic News Agency (CNA) war das Gericht davon überzeugt, dass Pell in den 1990er Jahren während seiner Zeit als Erzbischof von Melbourne zwei Messdiener sexuell missbraucht hat. Das Strafmaß wurde noch nicht verkündet. Pell drohen bis zu 50 Jahre Haft. Da Pell während des Verfahrens stets seine Unschuld beteuert hat, ist es wahrscheinlich, dass er in Berufung gehen wird.

Dass sich die Nachricht über dieses Urteil gegen einen der ranghöchsten Kardinäle des Vatikans erst jetzt verbreitet und nicht bereits im Dezember bekannt wurde, liegt daran, dass ein australischer Richter den Medien einen Maulkorb verpasst hatte: In Australien zugängliche Medien durften über das gesamte Pell-Verfahren nicht berichten – was im Zeitalter des Internets einem weltweiten Berichtsverbot gleichkam. Bei Verstoß gegen die Anordnung drohten Journalisten Haftstrafen und Medienunternehmen empfindliche Geldstrafen von bis zu einer halben Million Dollar. Nur wenige Medien verstießen deshalb im Dezember gegen das Berichtsverbot und berichteten über den Schuldspruch gegen Kardinal Pell – unter anderem der 

Hintergrund des Berichtverbotes war, dass im australischen Rechtssystem Geschworene Angeklagte schuldig oder nicht-schuldig sprechen. Damit die nach dem Zufallsprinzip aus der Bevölkerung ausgewählten Geschworenen unbeeinflusst in einen Prozess gehen können, können Gerichte Medien in Bezug auf Gerichtsverfahren eine Nachrichtensperre auferlegen. Da ein weiteres Missbrauchsverfahren gegen Pell angekündigt war, war der Maulkorberlass auch nach dem Urteil im Dezember weiterhin in Kraft. Bis zum heutigen Dienstag.

Für das Ansehen der katholischen Kirche ist das Urteil verheerend. Zwar hatte Franziskus Kardinal Pell für die Dauer seines Gerichtsverfahrens in Australien von seinen Amtspflichten als vatikanischer Finanzchef freigestellt, doch Mitglied des päpstlichen Beratergremiums war er zunächst geblieben. Erst im Dezember, einen Tag nach dem Urteil, hatte der Vatikan mitgeteilt, dass der Papst Pell aus dem Kardinalsrat entlassen habe. Aus Altersgründen. Angeblich sei die Entlassung bereits Ende Oktober erfolgt.

 

Wie auch immer Papst Franziskus nun mit Kardinal Pell weiter verfahren wird, sicher ist, dass das Bekanntwerden des Urteils gegen den hochrangigen Vatikan-Funktionär aus Sicht der Kirche zu kaum einem schlechteren Zeitpunkt hätte geschehen können. Mit viel Mühe hatte man sich dort bemüht, der Öffentlichkeit durch die Anti-Missbrauchskonferenz zu zeigen, dass man das Thema "Missbrauch" nun offensiv angehen werde. Während sich die Kleriker für die Konferenz gegenseitig auf die Schultern klopften, zeigten sich nicht nur Opfer-VertreterInnen enttäuscht von den unkonkreten Ergebnissen der Veranstaltung. Dem misslungenen PR-Event "Anti-Missbrauchskonferenz" folgt nun unmittelbar der PR-Gau aus Australien. Ein Fiasko für die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche.

 

 

Hier noch ein paar weitere Links zu den Missbrauchsfällen in der kirche .... 

 

Missbrauchsopfer: In Kirche gab es regelrechten Verleih von „Lustknaben“ aus Kinderheim

Viele Schuldeingeständnisse, keine Beschlüsse

Gefangen in einer Art Paralleluniversum

Barley: Kirche muss im Missbrauchsskandal mit Justiz kooperieren

Wie die katholische Kirche ihre schwerste Krise lösen will

„Ein Schuldeingeständnis der Kirche würde ich mir erhoffen“

Der Sonderstatus der Kirche muss ein Ende haben

Film über Missbrauchsskandal in der Kirche darf in die Kinos

Missbrauchsfälle in der Kirche


Quelle: HPD



news_image

Ein kleiner Ratgeber der dabei helfen kann etwas erleichterter durch das Leben zu gehen. Es ist die Wiederholung eines Systems das schon lange bekannt ist und in vielen Formen veräußerlicht und praktiziert wurde und wird. Auf das beim lesen Eure Liebe ent

Read more

news_image

Weitere schlaflose Nächte mit ähnlichen Gedanken wie schon in Gesammelte Gedanken einer schlaflosen Nacht Teil 2 und Teil 1 zu finden sind - werden hier genau so unverschönt präsentiert wie schon zuvor.

Read more

news_image

Der kalifornische Mono Lake ist nichts für Weicheier. Denn das Gewässer ist stark alkalisch. Jetzt wurden dort unbekannte Tierarten entdeckt.

Read more

news_image

Schreiben aus Frustration, in schlaflosen Nächten. Die Ergebnisse sind höchst subjektiv.

Read more

news_image

Die Reisebranche setzt auf "Dark Patterns", um Kunden zu manipulieren. Britische Behörden erteilten Auflagen, in Österreich gibt es noch keine solchen Pläne

Read more


allnews_image

Es sind herzzerreißende Bilder, die regelmäßig um die Welt gehen: Von Kindern, die in Fabriken schuften, in Minen kauern oder auf Plantagen bei der Ernte helfen. Sicher möchte niemand gerne dafür verantwortlich sein, dass Kinder auf diese Weise ausgebeute

Voir plus


allnews_image

Großer Erfolg für den Artenschutz: Die Kampagne "Zootier des Jahres" hat 2018 mehr als 50.000 Euro für den Schutz der Scharnierschildkröten erbringen können. Diese Mittel gehen nun zwei Projekten zu, die sich um die Rettung der hochbedrohten Gattung bemüh

Voir plus


allnews_image

Es war eines der Wahlversprechen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron - jetzt debattiert die französische Nationalversammlung über den umstrittenen Entwurf zu einem neuen Bioethikgesetz. Es würde auch lesbischen Paaren und alleinstehenden Frauen erla

Voir plus


allnews_image

Der Gospelday auf Langeoog war ein großer Erfolg, der Langeooger Gospelchor um Noemi Rohloff sang am Wasserturm bei herrlichem Sommerwetter zeitgleich mit 65 Chören in ganz Deutschland für eine gerechtere Welt und ein großes Publikum war der Einladung zum

Voir plus


allnews_image

JEVER Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers ruft zum Weltfriedenstag der Vereinten Nationen am Samstag, 21. September, dazu auf, ein Zeichen zu setzen: Um 17 Uhr trifft sich Albers mit Vertretern der Friedensinitiativen vor dem Rathaus, um auf die besondere

Voir plus


allnews_image

"Wie könnt ihr es wagen?": Klima-Aktivistin Greta Thunberg klagt in New York die Politik an, mit ihrer Untätigkeit die Welt zu gefährden. Auf dem UN-Gipfel gibt es anschließend zwar neue Versprechen. Doch gibt es Zweifel, ob die den nötigen Aufbruch bring

Voir plus



allnews_image

Einweg-Produkte aus Plastik sollen verschwinden und zwar schnell. Indien will deshalb bis Anfang Oktober Besteck, Strohhalme, Geschirr, Tüten und kleine Getränkeflaschen verbieten. Das Land wäre damit eines der ersten Länder, die so einen drastischen Schr

Voir plus


allnews_image

Julian Reitze und Stefan Zender wollen den Komfort von Kapselkaffee und Umweltverträglichkeit miteinander vereinbaren. Ob das gelingen kann?

Voir plus


allnews_image

Eigentlich war Karachi für Ruth Pfau nur eine Durchgangsstation, wo die junge Ärztin und Nonne auf ihr Visum für Indien warten sollte. Doch dann stand sie 1960 dem Elend der Lepra-Kranken in der pakistanischen Hafenstadt gegenüber. "Man wurde nicht behand

Voir plus


allnews_image

Seit je her rätseln die Menschen darüber ob die Zukunft vorherbestimmt ist oder nicht. Dabei gehen einige Menschen davon aus, dass unsere Zukunft wie in Stein gemeißelt fest steht und das egal was auch geschehen mag, diese nicht abänderbar ist. Auf der an

Voir plus


allnews_image

Wie bei jedem anderen „Medikament“ auch, gibt es auch bei dem CBD Öl die ein oder andere Wechselwirkung oder auch Nebenwirkung die es zu beachten gilt. Allerdings sind die Zahlen der Nebenwirkungen sehr gering und in der Regel auch völlig harmlos, im G

Voir plus


allnews_image

Marihuana wird seit ewigen Zeiten verwendet, vor allem zur Behandlung von Krankheiten. Es wurde im alten China als Anästhetikum verwendet. Es war eines von fünf Kräutern, die während der indischen Eisenzeit eingenommen wurden, um Angst zu lindern. Cannabi

Voir plus




allnews_image

Was passiert, wenn alles zur App wird? Ökonomen sehen für viele Berufe in den kommenden Jahrzehnten schwarz. Es gibt Prognosen, die jeden zweiten Job in Gefahr sehen – auch in Deutschland.

Voir plus


allnews_image

Die einen sind echte Sonnenanbeter, die anderen verbringen die Sommermonate konsequent im Schatten – oder drinnen, weil sie die Sonne fürchten? Ist das übertrieben oder vollkommen gerechtfertigt? Zwei FIT FOR FUN-Redakteure diskutieren.

Voir plus


allnews_image

Stellen Sie sich Ihr Leben vor, wie Smart-Home-Entwickler es gerne sehen würden: Ein langer Arbeitstag ist vorbei und es fehlen nur noch wenige Meter bis nach Hause. Ihre Haustüre öffnet sich dank Gesichts- und Iriserkennung automatisch. Das Haus ist bere

Voir plus


allnews_image

Unsichtbare Gefahr

Voir plus


allnews_image

Energiequelle der Zukunft

Voir plus