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Das Pentagon macht furchterregende Pläne für Cyborg-Supersoldaten

27 December 2019, 10:58

Technik





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FOTO: GETTY

Laut dem US-Militär sollen die Soldaten der Zukunft übermenschlich gut sehen, steuerbare Supermuskeln haben, die Anfänger zu Profi-Killern machen, und vieles mehr.


 
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K ybernetische Upgrades, die Mensch und Maschine miteinander fusionieren, werden in der Zukunft wohl Realität, und das US-Militär bereitet sich schon mal darauf vor.

Ende November veröffentlichte ein Forschungszweig der U.S. Army, das Combat Capabilities Development Command Chemical Biological Center (CCDC Chemical Biological Center), einen Bericht über biologische und chemische Waffen. Darin steht auch, wie man sich dort die Kybernetik im Jahr 2050 vorstellt. Der Bericht mit dem Titel "Cyborg Soldier 2050: Human/Machine Fusion and the Implications for the Future of the DOD" liest sich wie etwas aus einem dystopischen Zukunftsroman, in dem verwundete Soldaten kybernetisch aufgerüstet werden, nur um sich zu Hause in den USA einer Bevölkerung gegenüber zu sehen, die schreckliche Angst vor Cyborgs hat.

Das Hauptziel des Berichts sei es, "das Potential von Maschinen zu ergründen, die in den nächsten 30 Jahren in den menschlichen Körper integriert werden, um die Leistungen von Menschen zu verbessern", schreiben die Forscher.

Eines der größten Hindernisse für den umfassenden Einsatz von Kybernetik ist laut dem Bericht die öffentliche Meinung. Die Terminator-Reihe hat uns allen Killer-Roboter madig gemacht, und das CCDC Chemical Biological Center bedauert das sehr.

In den populären Medien, in der Literatur und im Film, kommt im Namen der Unterhaltung ein dystopischer Blick zum Einsatz, heißt es in dem Bericht. Der Gebrauch von Maschinen zur körperlichen Verbesserung der menschlichen Spezies werde verzerrt und negativ dargestellt. "Verteidiungsverantwortlichen muss klar sein, dass es gilt, die negativen Auffassungen der Öffentlichkeit zu überwinden, wenn eine solche Technologie verwendet werden soll."

Kybernetische Aufrüstung von Menschen ist brandneu – schwer zu sagen also, wohin sie sich in den nächsten 30 Jahren entwickeln wird. Die Pentagon-Forscher konzentrieren sich in ihrem Bericht auf vier wahrscheinliche Bereiche: verbessertes Sehvermögen, Supergehör, aufgerüstete Muskeln und "direkte neuronale Erweiterung des menschlichen Gehirns für beidseitigen Datentransfer".

Übermenschliches Sehvermögen

Das Pentagon sagt eine Welt voraus, in der Soldaten kybernetisch verbessertes Sehvermögen haben, mit dem sie zusätzliche Wellenlängen sehen können. So könnten die Cyborg-Truppen feindliche Ziele selbst in "dicht besiedelten urbanen Umgebungen oder unterirdischen Megastädten" ausmachen.

Die Forscher erwähnen an dieser Stelle etwas, das sich wie ein verstörender roter Faden durch den ganzen Bericht zieht: Viele der Upgrades kommen womöglich erst zum Einsatz, nachdem ein Soldat verwundet wurde. Bei einem empfindlichen Körperteil wie dem Auge wäre das auch unerlässlich, um einen Soldaten von der Operation zu überzeugen, so die Autoren.

"Die Verbesserung der Augen wäre eine attraktive medizinische Option bei verletztem oder zerstörtem Augengewebe", heißt es in dem Bericht. "Der hohe Stellenwert des Augenlichts könnte Soldaten, die ihres teils oder ganz verloren haben, dazu motivieren, sich einer solchen Operation zu unterziehen."

Mit Licht kontrollierte Muskeln

Verwundete Soldaten sollen aber noch mehr Kybernetik abbekommen, zum Beispiel optogenetische Kontrollsysteme für den Bewegungsapparat. Laut dem Pentagon-Bericht käme diese Technologie wahrscheinlich vor allem zum Einsatz, um die Funktion verletzter Muskeln oder Nerven wiederherzustellen. "Verletzungen des Bewegungsapparates sind die zweitgrößte Ursache für verlorene Dienstzeit in den US-Streitkräften", schreiben die Forscher.


 
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Um Muskeln zu verstärken, würde das Pentagon schwaches Gewebe mit "einem Netzwerk aus genau positionierten subkutanen Sensoren" unterstützen, dieses würde dann "optogenetische Stimulation durch programmierte Lichtimpulse" liefern. Optogenetik stimuliert Muskelgewebe oder sogar Neuronen mit Licht anstatt wie üblich mit direkten elektrischen Impulsen.

Kybernetisch aufgerüstete Soldaten könnten Drohnen und komplizierte Waffensysteme mit bloßer Gedankenkraft steuern.

Eine Reihe kleiner optischer Sensoren wäre unter der Haut implantiert, in den Bereichen des Körpers, die es zu kontrollieren gilt. "Diese Sensoren könnten dünne optische Fäden sein, die in regelmäßigen Abständen über wichtige Muskel- und Nervenbündel verlaufen und die mit einem zentralen Kontrollbereich verbunden sind", schreibt das CCDC Chemical Biological Center. Dieser Kontrollbereich würde die jeweiligen Knotenpunkte nur dann stimulieren, wenn die Muskeln darunter benötigt werden.

Laut den Forschern könnten verwundete Soldaten mit kybernetischen Muskeln wieder in den Krieg ziehen – und diese Muskeln würden dann sogar besser funktionieren als die bloße menschliche Variante. Die Cyborg-Truppen könnten damit auch Werkzeuge wie Drohnen und Waffensysteme kontrollieren. Oder jemand anderes könnte die Soldaten aus der Ferne steuern.





"Die Person, die die Optogenetik steuert, könnte somit die Kontrolle über die Gliedmaßen des Soldaten übernehmen. So könnte ein Anfänger Funktionen professionell ausführen."

Eine Stecknadel fallen hören

Kybernetische Ohren werden die Wahrnehmung der Soldaten verbessern und ihnen neue Fähigkeiten eröffnen, so das Pentagon.

Laut dem Bericht wird die futuristische Technologie nicht nur das Hörvermögen der Soldaten verbessern, sondern ihnen auch erlauben, "diese Signale zu konvertieren und an andere zu vermitteln". In anderen Worten, die Cyborgs könnten sich in ein Kommunikationsnetzwerk einklinken, das nur für sie hörbar ist. Als hätte man ein Smartphone im Ohr implantiert, inklusive einer Dolmetschfunktion in Echtzeit, um über Sprachbarrieren hinweg zu kommunizieren.

Gehörschäden sind im Militär ein großes Problem, weshalb die Forscher überzeugt sind, dass Soldaten sich von diesem Feature leichter überzeugen lassen werden als von kybernetischen Augen und Muskeln. Allerdings meint das Pentagon auch, dass ein Ohren-Upgrade invasiver sein wird als andere Eingriffe, weswegen die Autoren empfehlen, weniger drastische Methoden zu erforschen: "Elektroden, die direkt an neuronale Pfade anschließen, könnten in einem kleinen operativen Eingriff implantiert werden und mit minimalen Nebenwirkungen wieder entfernt werden."

Aufgerüstet und eingeklinkt

Das Kronjuwel der kybernetischen Upgrades ist eine direkte Schnittstelle zwischen dem menschlichen Gehirn und Maschinen. Die US-Militärforschungseinrichtung Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) arbeitet seit Jahren an dieser Technologie. DARPA hat bereits erfolgreich "prothetische Erinnerungschips" getestet. Auch Elon Musk arbeitet an neuronalen Implantaten, um "eine Symbiose mit künstlicher Intelligenz" zu erreichen.

Der Bericht des Pentagons zeichnet das Bild einer Zukunft, in der Menschen mit Gehirnimplantaten sich in eine Matrix einklinken, die es ihnen ermöglicht, Maschinen zu kontrollieren, von Maschinen kontrolliert zu werden, oder beides in Wechselwirkung. Damit ließe sich laut dem Bericht "Situationswahrnehmung verbessern, während Informationen von Drohnen, aus Computeranalysen oder von Menschen an den Bedienenden weitergeleitet werden".


 
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Kybernetisch aufgerüstete Soldaten könnten so auch Drohnen und komplizierte Waffensysteme mit bloßer Gedankenkraft steuern. Das Problem ist, dass es keine nicht-invasive Methode gibt, um eine solche Soldat-Maschine-Symbiose umzusetzen.

Deshalb meinen die Forscher, dass diese Technologie Elite-Soldaten vorbehalten sein sollte, wie etwa den Navy SEALs. Diese Truppen würden sich wohl auf die Upgrades einlassen, "wenn diese ihre Fähigkeiten, ihre Tödlichkeit, ihre Überlebenschancen und ihre allgemeine Überlegenheit auf dem Schlachtfeld signifikant verbessern können".

Unerwartete Folgen

Der Bericht geht zwar auf die negative öffentliche Wahrnehmung solcher Entwicklungen ein, doch was noch furchterregender ist und was auch das Pentagon ganz richtig erkennt: Der Einsatz solcher Technik überfordert das gesetzliche und ethische Regelwerk unserer Gesellschaft. Wenn ein Mensch mit einer Maschine fusioniert, soll das Kriegsrecht ihn nun als Person einstufen, oder als Kriegsgerät?

"Wenn ein aufgerüsteter Soldat gefangen genommen wird, gelten für ihn dann weiterhin alle Schutzbestimmungen der Genfer Konvention, oder wird sein verbesserter Status sich darauf auswirken, wie er in Gefangenschaft behandelt wird?", fragen die Forscher.

Dann sind da Fragen der nationalen Sicherheit. Können Cyborgs gehackt werden? Welche Art der Verschlüsselung sollte man hier einsetzen und wird sie jemals genügen? Sollten heimkehrende Soldaten ihre kybernetischen Extras wieder abgeben? Ist es ethisch vertretbar, kybernetische Muskel-Upgrades wieder zu entfernen, auch wenn sie es dem Soldaten überhaupt erst ermöglichen zu gehen? Sollten die Cyborg-Soldaten in normale Einheiten integriert werden oder ihre eigenen Einheiten bilden?

Das Pentagon weiß es nicht. Niemand weiß es. Wir wissen lediglich, dass die Entwicklung der Kybernetik kommt. Sie mag am Ende nicht genau die Formen annehmen, die das US-Militär hier voraussieht, aber mächtige und extrem reiche Menschen arbeiten mit Hochdruck daran, sie zur Realität zu machen. Das US-Militär selbst arbeitet mit Hochdruck daran. Die traurige Wahrheit ist, dass die moralischen, ethischen und gesetzlichen Überlegungen erst dann richtig in Gang kommen werden, wenn die Technologie schon im Einsatz ist.

"Es gibt heute so vieles, das vor 30 Jahren wie verrückte Science-Fiction gewirkt hätte", schreibt der Kriegsstratege und Forscher Peter W. Singer an VICE per Mail. "Seien es Computer, die in unsere Handfläche passen, mit denen wir den ganzen Wissensschatz der Welt durchsuchen können, oder die Tatsache, dass der Präsident der Vereinigten Staaten einen solchen Computer nutzt, um Desinformation von fremden Regierungen zu verbreiten." Man solle zwar nicht davon ausgehen, dass absolut alle Vorhersagen des Pentagons sich bewahrheiten – doch sollten wir auch nicht überrascht sein, wenn vieles davon Realität wird.

Wir bauen uns dann schon mal einen Bunker, vielen Dank auch.


Quelle: VICE


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