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Bauernproteste nehmen Fahrt auf

22 October 2019, 10:36

industrie





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Quelle Image: https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/bauernproteste-deutschland-100.html

 

Xanten/Wesel Die Traktor-Demonstration am Dienstag wird immer größer: Inzwischen wollen rund 200 Landwirte an der Protestfahrt von Wesel nach Rees teilnehmen. Knapp 70 hiesige Bauern machen sich zudem auf den Weg zu einer zentralen Kundgebung in Bonn. Die Kreispolizei rät Autofahrern, den Bereich um Xanten zu meiden.
 


 

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utofahrer sollten am Dienstag auf den Straßen rund um Xanten sehr viel Geduld mitbringen. Denn die angekündigten Proteste von Landwirten gegen die neue Düngeverordnung und das von der Bundesregierung verabschiedete Agrarpaket (wir berichteten) weiten sich aus. Aus den angekündigten Landwirten, die mit Schleppern und Traktoren von Wesel nach Rees fahren wollen, sind inzwischen knapp 200 geworden. Das erklärte Georg Biedemann aus Sonsbeck, Pressesprecher der Landwirte für die Region, am Freitag.

Die Aussicht, ihren Frust auch der Öffentlichkeit mitteilen zu können, beflügelt die Landwirte. Und auch der jüngste Spot des Emmericher Süßwarenherstellers Katjes für eine vegane Schokolade, der die Milchbauern richtig wütend macht, hat die Lust auf eine Demo noch einmal angeheizt.

 

Für die Autofahrer wird es am Dienstag daher zwischen Wesel und Rees eng (siehe Grafik). Die Verkehrsnachricht könnte lauten: „Mit massiven Verkehrsbehinderungen durch Traktoren ist zu rechnen.“ Die Bauern treffen sich zwischen sieben und acht Uhr in Wesel an der Niederrheinhalle. Von dort aus soll es in Neuner-Gruppen über die Weseler Rheinbrücke gehen und danach weiter in Richtung Rees. Die Polizei hat die Bauern gebeten, zwischen den einzelnen Gruppen Platz zu lassen, damit überholt werden kann, wo es möglich ist. Zudem werden sich etliche Landwirte morgens um 5 Uhr auf den Weg zu einer zentralen Kundgebung nach Bonn machen – darunter auch knapp 70 aus Xanten, Alpen und Sonsbeck.

„Wir Landwirte wären gern gefragt worden, bevor etwas beschlossen wird“, sagt Biedemann. „Für uns kam das Agrarpaket vollkommen überraschend.“ Das war Anfang September der Fall, seitdem rumort es gewaltig unter den Landwirten. Innerhalb kürzester Zeit haben sich mehr als 30.000 Menschen der Facebook-Gruppe „Land schafft Verbindung“ angeschlossen, in der auch die ersten Überlegungen zu einem organisierten Protest aufkeimten und Gestalt annahmen.

Im Fokus der Demonstration steht die Überarbeitung der Düngeverordnung. Landwirte müssen sich mit verschärften Regeln schon im kommenden Frühling auseinandersetzen, wenn es nach den Plänen der Bundesregierung geht. So dürften sie 20 Prozent weniger Gülle auftragen als bisher. „Hohe Nitratwerte, Insektensterben – an allem sollen die Landwirte schuld sein. Wir werden zum Buhmann gemacht“, beklagt Biedemann. Und auch sein Sonsbecker Kollege Frank Terhorst fordert, dass Landwirte stärker gehört werden. „Die Politik muss sich mit uns an einen Tisch setzen. Nur so kann es gelingen, zu einer vernünftigen Basis zu gelangen“, sagt Terhorst.


Quelle: rp-online


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