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Absurdität mit System in der deutschen Energiewende

January 26, 2019, 4:46 pm

Type: industrie





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Quelle Image:  Unbekannt

 

In Bayern stehen zwei Gaskraftwerke der jüngsten Generation als Investitionsruinen herum. Trotzdem will einer der Betreiber am gleichen Standort noch ein drittes bauen. Verstehen kann man das nur vor dem Hintergrund der fehlgeleiteten deutschen Energiewende.

 


 

Das Kraftwerk Irsching muss als Kaltreserve betriebsbereit bleiben. (Bild: PD)

Das Kraftwerk Irsching muss als Kaltreserve betriebsbereit bleiben. (Bild: PD)

 





Anfang Jahr häufen sich aus Deutschland jeweils die Erfolgsmeldungen zu den erneuerbaren Energien: Ihr Anteil von 35% an der Stromproduktion sei erstmals gleich hoch wie derjenige von Elektrizität aus Kohlekraftwerken, schreibt der Think-Tank Agora Energiewende. Bis 2030 will die deutsche Regierung den Anteil der Erneuerbaren sogar auf 65% steigern. Geflissentlich vergessen geht dabei allerdings, dass die Verfügbarkeit des Stroms sehr unterschiedlich ist, je nachdem, ob er mit Sonne und Wind produziert wird oder aus konventionellen Quellen stammt. Vom grosstechnischen Einsatz von Speichern für Erneuerbare ist man ebenfalls weit entfernt. Man kommt deshalb nicht darum herum, in der Hinterhand stets einen konventionellen Kraftwerkpark zu halten, der etwa in Zeiten von «Dunkelflauten», wenn es also wenig Sonne und Wind hat, einspringt.

 

Teure Eingriffe ins Netz

Im bayrischen Irsching bei Ingolstadt hat der Stromproduzent Uniper mit Partnern ab 2010 zwei topmoderne Gaskraftwerke in Betrieb genommen. Dennoch ging die Rechnung nicht auf: Die Schwemme an gefördertem Ökostrom drückte auf die Börsenpreise. Und man hatte mit einem höheren Preis für CO2-Emissionen gerechnet, was Gas- gegenüber Kohlekraftwerken Vorteile verschafft hätte. Die beiden Blöcke lassen sich nicht profitabel betreiben. Dazu müsste der CO2-Preis im Emissionshandel auf über 40 € je Tonne steigen, derzeit ist er halb so hoch. Die deutsche Bundesnetzagentur verlangt aber, dass die beiden Blöcke in der Reserve gehalten werden. Obwohl also die beiden Gaskraftwerke Investitionsruinen sind, baut Uniper nun ausgerechnet am selben Standort noch ein drittes Gaskraftwerk. Hat die Firma nichts gelernt?

Nein, dieses Mal dürfte es sogar ein gutes Geschäft sein. Uniper hat in einer Auktion des Netzbetreibers Tennet den Zuschlag für den Bau erhalten. Das Kraftwerk mit einer Leistung von 300 Megawatt soll «nicht für den Markt» produzieren, sondern nur in Notsituationen, um das Netz zu stabilisieren. Und für diesen Notfalldienst erhält Uniper eine Vergütung, die den Bau lohnend macht. Tennet kann die Kosten letztlich auf die Konsumenten überwälzen. Das Kraftwerk wird ab Oktober 2022 zur Verfügung stehen. Das ist kein Zufall: In jenem Jahr werden in Deutschland die letzten Kernkraftwerke abgeschaltet, die Versorgungssicherheit muss aber weiter gewährleistet sein. Nun fällt aber der stark fluktuierende Windstrom besonders im Norden an. Um ihn in den Süden zu transportieren, wo das industrielle Herz Deutschlands schlägt, braucht es neue Stromtrasse. Doch mit deren Bau sei man «katastrophal in Verzug», räumte Wirtschaftsminister Peter Altmaier vor einigen Monaten ein. Von den geplanten 7670 Kilometern Netzleitungen sind erst 950 Kilometer in Betrieb.

 

Konsumenten zahlen doppelt

Die Eingriffe ins Netz haben wegen der volatilen Einspeisung der erneuerbaren Energien und der fehlenden Transportmöglichkeiten zugenommen. Dazu gehört auch das Abregeln von Windanlagen, wenn das Netz überlastet ist. 2017 kosteten diese Eingriffe schon 1,4 Mrd. €. Die Konsumenten müssen diese Aufwendungen über ihre Stromrechnung begleichen. Diese Netzentgelte sind mittlerweile höher als die Umlagen für den Ökostrom. Deutsche Konsumenten zahlen deshalb mit die höchsten Strompreise in Europa.

An einem der beiden bestehenden Gaskraftwerke in Irsching ist neben Uniper auch der Nürnberger Versorger N-Ergie mit 25,2% beteiligt. Dessen Chef, Josef Hasler, übt nun scharfe Kritik an der Umsetzung der Energiewende. Er verweist darauf, dass alle drei Kraftwerke letztlich der Netzstabilität dienten. Es sei sogar so, dass das neu geplante Kraftwerk erst als letztes zum Zug komme. Die beiden bisherigen Blöcke seien aber nur an wenigen Stunden im Jahr am Netz. Es könnte somit die absurde Situation entstehen, dass das neue Kraftwerk nie zum Einsatz komme, sagt er. Während nun aber der neue Block voll entschädigt werde, würden den beiden bereits bestehenden Blöcken nur die wenigen Stunden vergütet, in denen sie in Betrieb seien. Dieselbe Aufgabe wird damit im Urteil Haslers ganz unterschiedlich entschädigt. Der jährliche Verlust für den Block, an dem N-Ergie beteiligt sei, belaufe sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag.





Man möchte ihn deshalb lieber heute als morgen stilllegen. Doch die Kraftwerke seien «zwangsannektiert» worden und dürften nicht stillgelegt werden. Leidtragende der verfehlten Energiepolitik seien letztlich die Konsumenten, die mit steigenden Netzentgelten belastet würden, klagt Hasler. In Irsching werden jedenfalls in wenigen Jahren drei grosse Gaskraftwerke stehen, die nur selten im Einsatz sind. Die Konsumenten zahlten damit doppelt, nämlich für den massiven Ausbau der Übertragungsnetze und den Zubau für neue Kraftwerke, gibt der N-Ergie-Chef zu bedenken. Zur Akzeptanz der Energiewende trägt dies bestimmt nicht bei.


Quelle: NZZ



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